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Schluss nach 90 Jahren: Die Tage des Herz-Jesu-Klosters sind gezählt

VREDENDas Herz-Jesu-Kloster in Ellewick wird Ende März 2018 geschlossen. Das hat der Rat der Brüdergemeinschaft der Canisianer in Münster beschlossen. Grund für die Schließung ist die personelle Situation im Kloster.

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  • Die Tage des Herz-Jesu-Klosters sind gezählt
    Bruder Karsten-Johannes Kruse und Bruder Wolfgang Meyer (Konventsleiter) in der Hauskapelle des Herz-Jesu-Klosters in Vreden-Ellewick. Foto: Robert Wojtasik

Acht Canisianerbrüder und fünf Clemensschwestern leben derzeit in dem Kloster. Viele von ihnen sind über 75 Jahre alt und zum Teil pflegebedürftig. Eine Rentenleistung erhalten die Klosterbewohner nicht, gewirtschaftet wird nach dem Prinzip „jung für alt“. Und da macht sich der Nachwuchsmangel bemerkbar. „Die Brüder werden älter und benötigen mehr Pflege. Das kostet viel Geld und kann auf Dauer nicht mehr geleistet werden, weil kaum noch Brüder berufstätig sind“, sagt Bruder Karsten-Johannes Kruse.

Wechsel in andere Konvente

Die Brüder- und Schwesterngemeinschaften konzentrieren sich nun auf andere Standorte. Ein Großteil der Brüder und Schwestern wird in andere Konvente wechseln und dort seinen Lebensabend verbringen. Geplant ist, dass ein kleiner Konvent von Brüdern in Vreden bleibt und weiterhin seinen Dienst tut. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist noch nicht geklärt. Es verfügt neben einer eigenen Hauskapelle über 24 Zimmer mit Pflegemöglichkeiten, von denen die Hälfte unbewohnt ist, ein Wohnzimmer, eine Küche und einen Essensraum. Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass das Haus leer bleibt. „Das wollen wir natürlich nicht hoffen“, so Bruder Karsten-Johannes Kruse.

Gebäudezukunft unklar

Die Canisianer errichteten das Herz-Jesu-Kloster im Jahr 1928. Ein Jahr später wurde es offiziell eingeweiht. Seitdem teilen sich die Ordensbrüder das Haus mit einem Konvent der Clemensschwestern. Schwester Theolindis wohnt seit fast 50 Jahren in dem Kloster, Bruder Gerhard seit etwa 40 Jahren.

Füreinander gesorgt

Dieses Zusammenleben war immer eine Besonderheit des Klosters, Brüder und Schwestern sorgten stets füreinander. Das fing schon bei kleinen Dingen an. „Wenn bei den Schwestern mal eine Tür quietscht, werden wir gerufen“, hat Bruder Gerhard vor Jahren mal der Kirchenzeitung Kirche und Leben gesagt. „Dagegen ist die Küche das alleinige Reich der Schwestern.“ Im fortgeschrittenen Alter müssen die Bewohner ihren Lebensmittelpunkt nun also noch mal an einen anderen Ort verlegen. „Für uns ist es sehr schwer, diesen Ort aufzugeben“, sagt Bruder Wolfgang Meyer, der den Konvent leitet. „Vor allem auch wegen der engen Partnerschaft mit dem Haus Früchting und der guten Beziehungen zu den Bewohnern der Einrichtung.“

Soziale Marktwirtschaft

Bekannt wurde das Kloster, weil Professor Alfred Müller-Armack dort im Jahr 1943 mit seinem Forschungsinstitut für allgemeine und textile Marktwirtschaft Schutz während des Krieges fand. Hinter den Klostermauern entwickelte er wesentliche Teile seines Konzepts des Sozialen Marktwirtschaft. Ende Juni feierte die Stadt Vreden im Herz-Jesu-Kloster „70 Jahre Soziale Marktwirtschaft“.
Robert.Wojtasik@mdhl.de

Die Petrus-Canisius-Kapelle am Haus Früchting bleibt trotz der Schließung des Klosters geöffnet. Die regelmäßigen Gottesdienste für Bewohner und Besucher finden weiterhin statt.

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