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Nach Aus für Craftwerk: Online-Petition beflügelt Diskussion um die City

VREDENDie Eingabe zur Vredener Innenstadt hat nicht nur im Internet ein starkes Echo gefunden. Johannes Terhürne zieht daraus Schlüsse.

Online-Petition beflügelt Diskussion um die City
Was kommt danach? Das für das „Craftwerk“ und die Folgen werden in Vreden heiß diskutiert. Foto: Thorsten Ohm

Die Zukunft ihrer Innenstadt bewegt viele Vredener. Das zeigt sich auch an der Resonanz, die eine Online-Petition zu diesem Thema erfahren hat: Sie hat nach rund drei Wochen 2092 Unterstützer gefunden. Dieses Zwischenergebnis stellt aus Sicht von Initiator Johannes Terhürne einen Erfolg dar: „Damit haben knapp zehn Prozent der Vredener ein klares Signal gesetzt, wie sie zur Entwicklung der Innenstadt stehen.“

 Hürde des Lärmschutzes zu hoch

Johannes Terhürne hatte mit dieser Petition auf die Entwicklung am Markt reagiert: Gescheitert war dort das Bemühen, mit dem Craftwerk ein Gastronomieprojekt im früheren Haus Kleine zu verwirklichen. Die Hürde des Lärmschutzes hatte sich mit Blick auf den Musikbetrieb als zu hoch erwiesen (wir berichteten).
Die Aufgabe der Pläne hatte für Reaktionen in der Öffentlichkeit gesorgt. Das Thema nahm nicht nur in Diskussionen vor Ort Fahrt auf, sondern auch im Internet. Johannes Terhürne hatte daraufhin eine Online-Petition angestoßen. Sie zielte darauf ab, dem Verlust an Angeboten für junge und junggebliebene Menschen in der Stadt entgegenzuwirken.

Die Petition mündete in die Forderung, „im Genehmigungsverfahren im Sinne aller Vredenerinnen und Vredener, egal ob groß oder klein, zu entscheiden und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Vreden in die Entscheidung mit einzubeziehen um damit zu sorgen, dass die Vredener Innenstadt ein Ort wird, der alle verbindet“. Eine Entgegnung gab es daraufhin von der Verwaltungsspitze: Sie sah sich und den Rat zu Unrecht des Vorwurfs ausgesetzt, nicht alles getan zu haben, um das Vorhaben zu unterstützen.

Viel Gedanken um die Zukunft der Stadt

Dass der Zug in Sachen Craftwerk abgefahren ist, weiß auch Johannes Terhürne. Doch ihm geht es um mehr: Die Resonanz auf die Petition habe gezeigt dass sich in Vreden viele Gedanken über die Zukunft der Stadt machen.
Private Kreise hätten die Petition vielfach geteilt – sowohl digital als auch analog, und das von allen Generationen: „Das zeigt, dass dies kein Klientel-Appell war. Die Problematik wird generationsübergreifend anerkannt.“ In der jüngeren Generation seien zudem viele ehemalige Vredener vertreten, die die Stadt für eine Ausbildung oder in Studium verlassen hätten und sich für eine Rückkehr interessierten. Sie würden die vorhandenen Probleme jedoch als Hemmnis betrachten.

Das bislang entstandene Ergebnis der Petition wertet Johannes Terhürne als Erfolg: „Wäre die Petition parallel auch analog mit Unterschriftenlisten gelaufen, wäre die Beteiligung wahrscheinlich noch einmal höher gewesen.“ Er freue sich gleichzeitig über das Angebot der Stadtverwaltung, dass sich die Bevölkerung im Prozess der Umstrukturierung engagieren solle. Johannes Terhürne meint aber auch, dass die Stadt auf die eigentliche Kritik nicht eingegangen sei – „auf das Thema, dass sich Vreden in einer Schieflage der Attraktivität für alle Generationen befindet – unabhängig von der Craftwerk-Diskussion.“.

 Attraktivität des Marktplatzes optimieren

Zum Standort Haus Kleine hofft Terhürne, dass bei einem Neubau der Fokus der gewerblichen Nutzung auf einem gastronomischen Angebot liegen werde. Nur so könne die Attraktivität des Marktplatzes optimiert werden: „Innenstädte, die kulturell funktionieren wie zum Beispiel Winterswijk, zeichnen sich auch durch eine hohe Dichte an gastronomischen Angeboten aus.“

Das sei besonders mit dem Blick auf steigende Besucherzahlen nach Eröffnung des Kults wichtig. Terhürnes Fazit: Die Vredener seien sich bewusst, dass es mit der Innenstadt so nicht weitergehen könne und die Lebensqualität der ganzen Stadt darunter leide. Und diese Sorge spiegele auch ein bürgerschaftliches Engagement für die Zukunft Vredens wider.

Zum Hintergrund

Rolf Elsing hatte im Januar dieses Jahres konkrete Pläne vorgestellt, aus dem ehemaligen Brauhaus und früheren Haus Kleine am Markt in Vreden mit dem Craftwerk ein neues gastronomisches Angebot für die Stadt zu schaffen.
Das Vorhaben war von Rat und Stadt begrüßt worden.

Doch für den Umbau waren Genehmigungen des Kreises erforderlich, die Investitionen in nicht absehbarer Höhe für den Schallschutz nach sich gezogen hätten. Investor Alfons Küpers und Betreiber Rolf Elsing hatten daraufhin im September das Aus für das Projekt bekannt gegeben.

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