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Dewesweg/Pferdemarkt: Neues Bauprojekt setzt auf Verträglichkeit

VREDENAlle Signale stehen positiv für ein Bauprojekt am Pferdemarkt, das 16 Wohneinheiten schaffen soll. Doch es findet nicht nur Zustimmung.

Neues Bauprojekt setzt auf Verträglichkeit
Hier eine Ansicht des geplanten Gebäudes, von der Straße Pferdemarkt aus gesehen. Architektin Mareike Olbers

Endlich mal kein Staffelgeschoss!“ Der Stoßseufzer der Erleichterung kam von Ludwig Schoppen (CDU), als es am Dienstag im Bauausschuss um ein privates Bauprojekt ging. Ein rund 2000 Quadratmeter großes Grundstück liegt derzeit noch unbebaut am Dewesweg zwischen den Straßen Zum Pferdemarkt und Boorstegge. Dort sollen jetzt zwei Mehrfamilienhäuser entstehen – ein Projekt mit einigen Besonderheiten.

Viele Zuhörer

Dazu zählt bereits sein Zustandekommen. Nicht ohne Grund war Bruder CarstenKruse zusammen mit Architektin Mareike Overkamp in den Ausschuss gekommen. Der Verwaltungsleiter von Haus Früchting in Ellewick hatte viele aufmerksame Zuhörer auch im Zuschauerraum, als er kurz die Vorgeschichte erläuterte: Pfarrer Hans-Jürgen Vogelpohl und seine Familie hatten das Grundstück zur Verfügung gestellt. Dessen Vermarktung wiederum hat es Haus Früchting mit ermöglicht, auf dem Gelände der früheren Marienkirche die neue Wohnanlage errichten zu können.

Zwei Wohngebäude

Am Dewesweg sollen nun zwei Wohngebäude entstehen. Sie sind in jeweils zwei Teile gegliedert, besitzen je zwei Geschosse und ein typisches Satteldach. Jeder Gebäudeteil bietet Platz für vier Wohneinheiten. Eine weitere Besonderheit des Projektes: Die Wohnungen im Haus an der Borstegge werden rollstuhlgerecht ausgebaut; dort ist auch eine Sozialbindung vorgesehen. Haus Früchting kann diese Wohnungen seinem Bedarf nach belegen. Wie hoch dieser konkret ausfalle, sei jetzt noch nicht zu sagen, erläuterte Bruder Carsten Kruse.
Die Verwaltung hatte sich in ihrer Vorlage positiv zu diesem Projekt gestellt: Sinnvoll und verträglich sei es. Die Gliederung bewirke, dass die Gebäude nicht zu massiv erschienen. Das hatte auch Mareike Overkamp noch einmal dargelegt: Sie wies unter anderem darauf hin, dass bei der Planung von Balkonen und Fenstern Rücksicht auf die Nachbargrundstücke genommen worden sei.

Wohnungen fehlen

All das kam bei der Politik sehr gut an. Ludwig Schoppen wertete die Planung als „sehr gut zur Struktur in Vreden passend“. Er empfahl anderen Projektträgern, auch einmal über solche Lösungswege nachzudenken. Hendrik Mulder (FDP) begrüßte den Antrag ebenfalls mit Blick auf die Ziele der Nahverdichtung und der Wohnraumschaffung: „Wir brauchen solche Wohnungen.“ Gerd Welper (Grüne) schloss sich an: Die Gebäude würden sich gut in die Umgebung einfügen. Auch Elmar Kampshoff signalisierte Zustimmung. Er stellte aber auch mit Blick in Richtung nachbarschaftliches Umfeld fest, dass nicht alle dieser Meinung seien. Er wies dazu auf das Verfahren hin, bei dem Bedenken und Stellungnahmen eingebracht werden könnten.
Dass damit zu rechnen ist, zeigte sich in spontanen Äußerungen aus dem Publikum. Eine sich daraus fast schon entwickelnde Diskussion stoppte Hermann Geesink als Ausschussvorsitzender jedoch: Zuschauer haben im Ausschuss auch im öffentlichen Teil normalerweise kein Rederecht. Das jedoch besteht bei der Bürgerversammlung, die es in den nächsten Wochen zu dem Projekt geben wird. Christiane Albers (SPD) begrüßte diese ausdrücklich. Eines machte Gerd Welper allerdings schon am Dienstag klar: Die Entscheidung der Politik werde unabhängig fallen von der Frage, wer als Bauherr auftritt – sie richte sich allein nach den planerischen Gegebenheiten.

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