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Labyrinth auf dem Hof Wehling: Abenteuer im Mais

SÜDLOHNVon wegen pillepalle! Bei meinem Gang über verschlungene Pfade, eingerahmt von vier Meter hohen Maispflanzen, komme ich gehörig ins Schwitzen. Jetzt weiß ich, warum dieser Ort „Labyrinth“ heißt. Erst nach mehreren Fehlversuchen finde ich den Ausgang.

Abenteuer im Mais
Geschicklichkeitstest und sportliches Vergnügen bietet diese Spielstation. Foto: Christiane Hildebrand-Stubbe

Meine Irrwege bewirken bei Heinrich Wehling ein breites Grinsen: „Das schaffen manchmal schon Sechsjährige alleine.“ Und: „90 Prozent kommen durch“, scherzt er. Nein, es entstehe keine Panik, sagt Heinrich Wehling, Landwirt und Betreiber der neun Hektar großen Anlage mit Maislabyrinth und Bauerngolf. Die insgesamt drei Seitenausgänge seien – mitunter zwar nach einigem Suchen – immer noch erreicht worden. Versuche von Besuchern aber, in Anlehnung an die Geschichte von Hänsel und Gretel, durch Maiskörner den Weg zu markieren, seien erfolglos: „Maiskörner liegen auf allen Wegen.“

Prickelndes Erlebnis

Für Antonius aus Heiden ist es genau dieses prickelnde Erlebnis, das ihn zusammen mit seiner Mutter Gabi schon mehrfach nach Südlohn geführt haben. Gerade in Zeiten von Smartphone und Co. schätzt der Elfjährige es, „dass es mal eben was ganz anderes ist“.
Dabei geht es auf den 2,5 Kilometern durchs Labyrinth nicht nur um Spannung, nicht nur darum, sich nicht zu verirren. An insgesamt sieben Stationen, gut beschirmt durch riesige Fallschirme, können etliche Aufgaben spielerisch bewältigt werden. Sie alle sind für den, der möchte, auch Teil eines Suchspiels, das den Gewinnern kleine Preise beschert. Einige Kinder müssen dabei feststellen, wie schwer es ist, eine Kuh zu melken, aus deren Euter bei Erfolg auch tatsächlich eine Flüssigkeit in den Eimer tropft. Kletteranlage, Strohburg, Legobaustelle oder Beachvolleyball sind nur einige der Spielangebote.

120 Öffnungstage

Vor rund 15 Jahren haben sich Landwirt Heinrich Wehling und seine Familie sich mit der Anlage ein zweites Standbein geschaffen. Eine Alternative zum Milchviehbetrieb, in dessen Stall 300 Kühe stehen, ist sie zwar nicht, aber durchaus eine wichtige Einrichtung: „Wir leben von der Landwirtschaft, in schwierigen Jahren aber können wir so die Spitzen kappen.“ Wehling macht aber auch keinen Hehl daraus, wie viel Aufwand dahinter steckt. Nicht nur der immer wieder neue „Bau“ der Anlage im Frühjahr, sondern auch deren Unterhaltung. Zudem investiert die Familie jährlich rund 10 000 Euro in Pflege und Erweiterung. Und auch die Unterhaltung während der 120 Öffnungstage des Labyrinths ist nicht ohne. Beim täglichen Morgenrundgang muss er häufig Zerstörungen wie etliche abgeknickte oder rausgerissene Maispflanzen beseitigen, Spielgeräte wieder instandsetzen.

100.000 Kolben pro Hektar

Für Heinrich Wehling ist die Anlage, auf der auch Ziegen frei umher laufen, ein wertvolles Freizeitangebot in natürlicher Umgebung. Insbesondere die Eltern freuen sich, hier ganz entspannte Stunden verbringen zu können. Wie Christina Ostendorf, die mit ihren Kinder Angelina (7) und Jannik (4) schon häufig hier war: „Toll, wenn die Kinder anschließend K.o. sind.“ Davon will sie diesmal auch Freundin Nicole Thorwesten mit Lea (6) und Mara (4) aus Münster überzeugen.
Wehling hat aber noch mehr im Blick, will gerade die Kinder auch für die Landwirtschaft sensibilisieren: „Die meisten kommen aus der Stadt und viele wissen gar nichts vom Land.“
Mit Sicherheit auch nicht, dass allein auf einem Hektar Mais 100.000 Maiskolben entstehen. Dass fast alle Kinder einen davon mit nehmen, stört ihn nicht: „Das können wir locker verkraften.“

Infos

  • Die Freizeitanlage Wehling ist in Südlohn an der Borkener Straße 4 zu erreichen, Tel. (02862) 8 91 42.
  • Der Eintritt kostet für Kinder vier und für Erwachsene fünf Euro.
  • Geöffnet hat das Maislabyrinth vom 30. Juni bis 29. Oktober täglich von 9 bis 19 Uhr.
  • Bauerngolf kann auf Anmeldung von März bis Oktober gespielt werden.
  • Verpflegung fürs Picknick kann mitgebracht werden.
  • Bollerwagen stehen kostenlos zur Verfügung.

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