Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

70 Zuweisungen erwartet: Südlohn stellt sich auf weitere Flüchtlinge ein

SÜDLOHNDie Flüchtlingsfrage ist etwas aus den Schlagzeilen gerückt. Die Pause bei den Zuweisungen ist aber für Südlohn bald zu Ende.

Südlohn stellt sich auf weitere Flüchtlinge ein
Plätzchenbacken mit Flüchtlingen - dies sind Angebote der örtlichen Flüchtlingshelfer, die beim Kennenlernen und bei der Integration helfen sollen. Auch dieses ehrenamtliche Engagement wird wichtig sein, wenn weitere Geflüchtete in Südlohn eintreffen. Foto: Georg Beining

Südlohn muss sich auf die Zuweisung neuer Flüchtlinge einstellen. Die Gemeinde steht damit nicht allein, wie Bürgermeister Christian Vedder auf Anfrage der Münsterland Zeitung erläuterte: „Die Kommunen im Kreis haben mehr Transparenz eingefordert, zuständige Behörden haben mehr zugesagt und zweimal nachgebessert.“ Jetzt werde versichert, dass fair zugewiesen werde. Weil andere ihre Erfüllungsquote erfüllt hätten, seien jetzt Kommunen im Kreis dran.

Transparenz geschaffen

„Es war zu erwarten, dass nun wieder mehr Flüchtlinge zu uns kommen würden“, sagte Bürgermeister Christian Vedder am Mittwoch. Am gleichen Tag hatte sich die Bürgermeisterkonferenz des Kreises mit dem Thema beschäftigt: „Wir waren uns einig, dass die von uns geforderte Nachvollziehbarkeit nun weitgehend gegeben ist.“ Christian Vedder hofft, dass nun eine Abstimmung mit der zuständigen Bezirksregierung bei den Zuweisungen möglich ist: „Es geht darum, ob Familien mit oder ohne Kinder kommen oder Einzelpersonen.“ Derzeit leben in Südlohn 130 Flüchtlinge. 49 Menschen befänden sich im laufenden Verfahren. 29 Flüchtlinge seien inzwischen zwar abgelehnt worden, wohnen aber als Geduldete weiterhin in Südlohn oder Oeding. Duldung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Abschiebung lediglich vorübergehend ausgesetzt ist. 44 weitere Flüchtlinge haben inzwischen die Anerkennung erfahren. Sie beziehen Mittel nach dem Asylbewerberleistungsgesetz II. Acht weitere Flüchtlinge bestreiten ihren Lebensunterhalt inzwischen vollständig selbst.

Freie Unterkünfte vorhanden

Genau vorhersagen lässt sich zwar nicht, wie hoch die Zahl der neuen Flüchtlinge sein wird. Die Verwaltung rechnet jedoch damit, dass in den kommenden Wochen etwa 20 Personen aufzunehmen sein werden. Mit Wohnsitzzuweisung seien etwa 70 teils anerkannte Flüchtlinge aufzunehmen. Die Verantwortlichen im Südlohner Rathaus hoffen darauf, dass Flüchtlinge mit Bleiberecht kommen. Bei ihnen sei von einem besonders hohen Interesse an Integration auszugehen. Unproblematisch stellt sich im Augenblick die Frage der Unterbringung der Flüchtlinge dar. Wie die Gemeinde erläutert, seien derzeit noch etwa 50 freie Plätze vorhanden. Was aber vor diesem Hintergrund auch zu beachten ist: Anerkannte Asylbewerber fänden nur sehr vereinzelt eigene Wohnungen. Entsprechend gering fällt damit der Anteil freier Plätze aus, die dadurch entstehen.

Integration in Arbeit

Einzelne Erfolge seien hingegen bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt sichtbar. Flüchtlinge fänden zum Teil schon während des laufenden Asylverfahrens einen Arbeitsplatz. Acht Personen seien durch die Aufnahme einer Arbeit vollständig aus dem Hilfebezug ausgeschieden, berichtet die Verwaltung. Ausdrücklich lobte Christian Vedder dabei die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Von Seiten der Firmen gebe es bereits Nachfragen nach Arbeitskräften aus dem Kreis der Flüchtlinge.
Sechs weitere Personen erhalten zusammen mit ihren Familien aufstockende Leistungen. Die Vermittlung der deutschen Sprache stehe jedoch grundsätzlich zunächst im Vordergrund. Der Besuch eines Integrationskurses sei bei anerkannten Asylbewerbern verpflichtend.

Zur Startseite >

Orte

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG