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Vor Ort beobachtet: Der Markt belebt die Innenstadt

STADTLOHN„Eine Stunde“ heißt eine Serie der Münsterland Zeitung. Eine Stunde, in der ein Reporter einen Ort oder Menschen beobachtet und schaut, was passiert. Am Donnerstag waren wir auf dem Stadtlohner Markt unterwegs.

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  • Der Markt belebt die Innenstadt
    Auf dem Stadtlohner Markt treffen sich die Bürger und Händler jede Woche, man kennt sich und kommt leicht ins Gespräch. Foto: Lena Beneke

Es ist ziemlich genau 14 Uhr – und dazu noch ein Donnerstag in Stadtlohn. Da fällt die Wahl für unsere 60-Minuten-Aktion gar nicht schwer: Ab auf den Wochenmarkt. Hier laufen die Stadtlohner vereinzelt mit ihren Einkaufstaschen von Stand zu Stand, plaudern, man kennt sich.

14.02 Uhr: Harry Ter Steege ist mit seinem Käse-Stand schon 33 Jahre dabei. Der Niederländer kennt viele Stadtlohner, die regelmäßig zum Markt kommen. So auch Manfred Schwenz, er kauft immer den mittelalten Gouda, das ist Harry Ter Steege schon klar, bevor sein Stammkunde seine Wünsche äußert. „Ich komme gerne her, es ist hier persönlicher, frisch und der Geschmack ist toll – viel besser als im Geschäft“, sagt Schwenz. Die Käselaibe liegen alle ordentlich gestapelt in der Auslage. Ter Steege schneidet den Gouda. „Wir haben klein angefangen, mit etwa 30 Sorten“, erzählt er. Heute habe er über 100 Sorten da, der Kunde hat also die Qual der Wahl.

14.13 Uhr: Gegenüber vom Käse steht ein kleiner Blumenstand. Der Betreiber: Guido Terdues aus Legden. Da die Blumen klirrende Kälte und starke sommerliche Hitze nicht vertragen, ist er bei extremer Witterung nicht auf dem Markt anzutreffen. In dieser Woche trotzt er dem Wind. In den Vasen stehen Rosen in allen Farben, sie kommen aus dem familieneigenen Gewächshaus. Terdues rät beim Rosenkauf: „Die Rose sollte man sich gut aussuchen, auf die Qualität achten. Wichtig ist auch eine saubere Vase, denn es gilt, Keime zu vermeiden. Das Wasser sollte möglichst nicht trüb werden, es ist also am besten, wenn man Blätter abschneidet, die sonst im Wasser hängen würden.“ So halten die Rosen länger.

14.34 Uhr: Diane Menneken kommt aus Enschede jede Woche nach Stadtlohn. Fisch ist ihr Geschäft. „Ich mache das schon mein ganzes Leben.“ Sie schätzt die Atmosphäre des kleinen Marktes, sagt sie: „Er ist gemütlich und die Kunden sind sehr nett.“ Und auch die Stadtlohner selbst schätzen den Stand von Diane Menneken. „Der Fisch ist der beste“, ist sich Natalie Almeida sicher.

14.45 Uhr: Doch wie sieht es um den Markt herum aus? Im Blumenladen „Galerie Schöne Dinge“ von Magdalena Seggewiß kommen durch den Markt keine zusätzlichen Kunden in den Laden. Dennoch findet sie es schön, dass die Innenstadt belebt ist: „Wir begrüßen die Aktivität in der Stadt.“ Ende des Jahres geht Magdalena Seggewiß in Rente, der Laden wird geschlossen, wer genau hinguckt, sieht bereits die eine oder andere kahle Stelle. Dennoch ist sie mit ihrem Mann im Laden und kümmert sich aufmerksam um die Kunden.

14.50 Uhr: Jetzt ist es ruhig im kleinen Buchladen „Bücherzeit“. Auch er liegt direkt am Markt, allerdings erst seit fünf Monaten, sagt Inhaberin Christel Hinnemann. In ihrem Laden finden Leseratten noch die Geborgenheit eines kleinen, inhabergeführten Buchladens. „Ich mag meinen Beruf, weil er so vielseitig ist. Die Kunden kommen mit ganz unterschiedlichen Wünschen und so muss ich mich mit allem ein wenig beschäftigen und auskennen, damit ich für jeden das richtige Buch finde.“

14.57 Uhr: Ein letzter Blick auf den Markt verrät, dass auch jetzt nicht mehr Kunden da sind. Es plätschert so vor sich hin. Die Menschen kommen nach und nach, zum Borkener Feinkoststand, zum Geflügelhändler Schlüter aus Stadtlohn, kaufen Obst und Gemüse bei Van de Maat oder ein frisches Brot von Bäcker Geelink aus Vreden. „Bedankt“, „schöne Grüße“, „bitte ein wenig mehr, heute kommen die Kinder“, „Bis nächste Woche“, Wortfetzen, die der Wind über den Platz weht.

Info: Wochenmarkt ist in Stadtlohn donnerstags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr.

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