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Neuer Übungsturm: Wasserturm für die Feuerwehr?

STADTLOHNDer Eigentümer des Wasserturms schlägt einen überraschenden Schachzug vor: Durch den Ankauf des denkmalgeschützten Turms könnte sich die Stadt den Bau eines neuen Übungsturms für die Feuerwehr sparen.

Wasserturm für die Feuerwehr?
Kann die Feuerwehr den Wasserturm für ihre Übungen nutzen? Das schlägt der Eigentümer vor. Foto: Stefan Grothues

Der Bau der neuen Feuer- und Rettungswache am Steinkamp soll bald beginnen. Teil der Planung ist ein 175.000 Euro teurer Übungsturm für die über 100 aktiven Feuerwehrleute. Allerdings: Aus Kostengründen wurde die Notwendigkeit des Übungsturms von Politikern im Bauausschuss bereits im Sommer kritisch hinterfragt. Die Feuerwehr hält den Übungsturm für dringend erforderlich. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Nun ist der Eigentümer des denkmalgeschützten Wasserturms an die Stadt herangetreten. Er wolle den Turm verkaufen, damit ihn die Feuerwehr für ihre Übungen nutzen kann. Und er sieht in dem denkmalgeschützten Gebäude ein Schnäppchen für die Stadt: Die 175.000 Euro, die der Übungsturm der Feuerwehr kosten würde, seien eine gute Verhandlungsbasis für den Verkauf des Wasserturms, so der Eigentümer.

Mieteinkünfte

Aus seiner Sicht hätte das für die Stadt gleich mehrere Vorteile: Der Turm stünde für Übungseinsätze der Feuerwehr zur Verfügung. Gleichzeitig würde die Stadt noch Einkünfte aus der Vermietung der fünf Wohnungen beziehen. Und er nennt noch eine weitere Nutzungsmöglichkeit: Der Trinkwasserspeicher des Wasserturms könnte reaktiviert werden, um benötigte zusätzliche Speicherreserven für die SVS-Versorgungsbetriebe zu schaffen.

Feuerwehr und SVS stehen diesen Überlegungen allerdings skeptisch gegenüber. Feuerwehrchef Günter Wewers erklärte am Montag auf Anfrage unserer Zeitung: „Allein aus technischen Überlegungen halte ich den Wasserturm als Übungsturm für ungeeignet.“ Sein Stellvertreter Carsten Kuglarz hat sich am Wochenende intensiver mit dem Objekt beschäftigt. Sein Fazit: Der Wasserturm sei für Übungszwecke nicht umfahrbar und es fehlten Aufstellungsflächen. Die Geschosshöhen entsprächen nicht den Normen.

Turm ungeeignet

Es gebe kein erstes und zweites Obergeschoss im klassischen Sinne. Die für das Training nötigen Fenster-Rahmengrößen fehlten. Der Eigentümer des Wasserturms spricht dagegen von einem „realistischen Übungsszenario“. Aber Carsten Kuglarz nennt noch weitere Argumente: Aufgrund des Denkmalschutzes seien notwendige Umbau- und Sicherungsmaßnahmen für die Feuerwehrleute kaum machbar. Vor allem aber: Die geplanten 25 bis 30 Übungseinsätze im Treppenhaus pro Jahr könnten den Mietern gar nicht zugemutet werden.

Günter Wewers, der auch Erster Beigeordneter der Stadt ist, bezweifelte auch wirtschaftliche Vorteile für die Stadt: „Wir wissen ja nicht, welche Unterhaltungskosten das Denkmal auf Dauer verursachen wird.“ Dennoch wollen Vertreter der Stadt und der Feuerwehr in dieser Woche in einem Gespräch mit dem Eigentümer das Für und Wider eines Verkaufs zu erörtern. Gegenüber unserer Zeitung betonte der Eigentümer, er wolle der Stadt und der Feuerwehr mit seinem Angebot entgegenkommen.

Idee überrascht SVS

Überrascht zeigte sich am Montag der SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß von der Idee, den Wasserturm für die Wasserversorgung zu reaktivieren. Spieß: „Mit dem Gedanken haben wir uns noch nie befasst. Da wären umfangreiche technische Prüfungen erforderlich. Vermutlich ist die Kapazität zu klein. Und der Denkmalschutz wird vermutlich ein Hindernis für Umbaumaßnahmen sein.“

Der 36 Meter hohe Wasserturm wurde von 1930 bis 1976 für die Wasserversorgung der Stadt genutzt. 1979 verkaufte ihn die Stadt an den Privatmann, der auf den drei unteren Etagen Wohnungen einrichtete. 1984 wurde der Turm unter Denkmalschutz gestellt.

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