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Kaufmannschaft: „Action gehört in die Mitte“

STADTLOHNIn der Frage der Ansiedlung eines Action-Marktes in Stadtlohn haben sich die Einzelhändler in der Innenstadt jetzt klar positioniert: Sie sagen grundsätzlich Ja zu einer Ansiedlung – aber bitte nur in der Innenstadt. Den von Investoren ins Auge gefassten Standort zwischen Berkel und Burgstraße lehnen die Einzelhändler ab.

„Action gehört in die Mitte“
Für eine lebendige Mitte: Jürgen Beimesche, Johannes und Sabine Bütterhoff, Hans-Jürgen Robers, Karin Wesseler und Michael Weise. Stefan Grothues

Die Stadt hat Millionen in die Erneuerung der Innenstadt investiert. Unsere gute Stube kann sich wirklich sehen lassen. – Da kann es jetzt doch nicht plötzlich heißen: Raus aus der Mitte!‘“, sagt Hans-Jürgen Robers. Der Schuhhändler gehört dem Arbeitskreis Einzelhandel an, der am Donnerstag zu einem Pressegespräch eingeladen hatte. Er führt Borghorst, wo er eine Filiale betrieb, als mahnendes Beispiel an: „Dort wurde auf einem ehemaligen Textilgelände großflächiger Einzelhandel geschaffen – dafür reiht sich nun in der Fußgängerzone Leerstand an Leerstand, die Innenstadt ist fast tot.“

Zukunftsweisende Entscheidung

Michael Weise, der Sprecher des Arbeitskreises Einzelhandel, misst der Frage der Action-Markt-Ansiedlung eine richtungsweisende Bedeutung zu. „Es geht um die Zukunft der Stadtlohner Innenstadt. Wir dürfen den zentralen Versorgungsbereich nicht weiter vergrößern. Sonst ereilt uns das Schicksal, das schon viele andere 20 000-Einwohner-Städte erlitten haben: die Innenstadt stirbt.“

Keine Angst vor Konkurrenz

Die Einzelhändler machten am Donnerstag deutlich, dass sie keine Angst vor der Konkurrenz des Billiganbieters haben, „auch wenn sich unsere Sortimente teilweise überschneiden“, sagt Buchhändlerin Karin Wesseler. Mehr als Umsatzeinbußen fürchten die Einzelhändler einen Rückgang der Besucherströme in der Innenstadt. „Die Frequenz ist das A und O“, sagt der Apotheker Jürgen Beimesche. Darum müsse die Innenstadt gestärkt werden, nicht der Randbereich. Beimesche betont: „Wir sind keine Miesmacher. Der Action-Markt kann eine Chance für Stadtlohn sein, wenn die Ansiedlung wohlüberlegt erfolgt. Wir dürfen nichts überstürzen.“

Freie Flächen in der City

Gibt es denn in der Innenstadt überhaupt freie Flächen, die groß genug wären, um den Nonfood-Discounter Action-Markt zentral anzusiedeln? Die Einzelhändler bejahen diese Frage einmütig. „Das Beispiel der Parkplatzvergrößerung im Bereich Hagenstraße hat ja gezeigt, dass es Möglichkeiten gibt.“ Den Einzelhändlern fallen auch konkrete Flächen in der Innenstadt ein, wo die Ansiedlung eines Action-Marktes denkbar wäre. „Es gibt Lösungen. Dafür sind aber viele intensive Gespräche der Stadt mit verschiedenen Eigentümern notwendig“, sagt Johannes Bütterhoff.

Citymanager einstellen

Für die systematische Innenstadtentwicklung sei daher die Einstellung eines Citymanagers sinnvoll, ergänzt Michael Weise. Der Stadtmarketingverein SMS hatte die Schaffung dieser Position im Frühjahr beantragt, der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt hatte den Vorschlag begrüßt. „Jetzt muss gehandelt werden“, so Michael Weise. Der Innenstadtentwicklung müsse die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet werden wie der Entwicklung der Gewerbegebiete.

Meinungsbild

Dem vor drei Jahren neugegründeten Arbeitskreis Einzelhandel im SMS-Stadtmarketing gehören nach Weises Angaben 48 Mitglieder an, darunter 25 aktive. An den zweimonatlichen Treffen nehmen jeweils 10 bis 18 Einzelhändler teil. Das Meinungsbild zum Thema Action-Markt, so Michael Weise, sei ziemlich eindeutig. Bis auf einen seien alle gegen eine Ansiedlung an der Burgstraße. Nur der Investor Jan-Peter Grewing, der selbst auch dem Arbeitskreis angehört, sei dafür.

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