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Hakenkreuze im Gästebuch: Schmierereien und Diebstahl in der Kirche

Heek.Kinder können es eigentlich nicht gewesen sein, dafür hing die Glocke zu hoch. Und auch die Schmierereien im Gästebuch von St. Peter und Paul scheinen nicht von Kinderhänden geschrieben.

Schmierereien und Diebstahl in der Kirche
Trotz Vandalismus und Diebstahl: Das Vertrauen in die Bürger bleibt, die Tür steht allen offen. Foto: Meike Kühlkamp

Als Pater Joy am Dienstagmorgen noch einmal durch die Kirche St. Peter und Paul auf der Burg läuft, versucht er sich nach Ausschlussverfahren zu erklären, wer verantwortlich für das Chaos in der Kirche sein kann. Bisher steht nur fest: Am Sonntag, 6. August, müssen irgendwann zur Nachmittagszeit unbekannte Täter Gegenstände in der Kirche beschmutzt und entwendet haben.

Zerstörte Ordnung

„Als ich am Sonntagmorgen in der Kirche war, ist mir nichts aufgefallen. Erst als ich abends um 18.15 Uhr abschloss, kam mir einiges komisch vor“, erzählt Küsterin Birgit Hericks. Komisch war zum Beispiel, dass das Stabkreuz am Altar nicht gerade zu den Sitzbänken ausgerichtet war, wie Birgit Hericks es sonst immer tut. Oder dass die Schellen der Messdiener nicht an ihrem Platz lagen, genauso wie das kleine Glaskreuz auf dem Altar.

Da haben vielleicht Kinder getobt, dachte Birgit Hericks sich nichts weiter dabei. Am Montagmorgen fiel es aber auf: Während der Schützenmesse warteten die Kirchenbesucher vergeblich auf das Glockenläuten zum Einmarsch der Messdiener.

„Die Glocke wurde samt Strang entwendet und im Gästebuch hatte jemand auf die letzten Seiten diverse Schmierereien gekritzelt, Hakenkreuze und Beleidigungen“, so Hericks.
Betrunkene, die sich einen schlechten Scherz erlaubten, seien die Täter. Das vermutet zumindest Pater Joy: „Es war eine unüberlegte Tat. In der Gemeinde herrscht kein Hass oder Streit, der Grund dafür sein könnte.“ Konsequenzen werde man aus dem Vorfall nicht ziehen. „Ich weiß, dass es in anderen Gemeinden aufgrund von Diebstählen und Vandalismus nur bestimmte Zeiten gibt, an denen die Kirche geöffnet ist. Das wollen wir aber nicht“, sagte Birgit Hericks.

Sie wisse, dass viele Gläubige in Nienborg auch außerhalb der Messezeiten die Kirche aufsuchen – und denen soll das Burgtor auch weiterhin zu jeder Tageszeit offenstehen.

Hoffnung bleibt

Die Nienborger Schützen zeigten sich nach der Messe wütend. „Viele sagten, sie seien enttäuscht darüber, dass so etwas in ihrer Gemeinde passiert“, berichtet Pater Joy. Er ist nicht wütend. „Es ist zum Glück nur ein kleiner Vorfall und auch der erste in den 13 Jahren, in denen ich hier bin.“

Die Kirchentür bleibt weiterhin offen. Für die Gläubigen und vielleicht auch für die Täter, die sich doch noch dazu entscheiden, die gestohlenen Glocke zurückzubringen.

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