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Ehrung für Hubert Steinweg: Viele Orden, keine Vitrine

HEEKDie Liste seiner Ehrungen ist beeindruckend: Von der Auszeichnungsspange und die Verdienstmedaille des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bis zum Bundesverdienstkreuz um seine ehrenamtlichen Verdienste hat Hubert Steinweg schon einige Orden vorzuweisen. Doch die jüngste Anerkennung war für ihn eine echte Überraschung: Das Ehrenzeichen des DRK ist die höchste Auszeichnung des Verbandes. Was für ein Mensch verbirgt sich hinter so viel Ehre? Unbedingt ein trotzdem bescheidener.

Viele Orden, keine Vitrine
Hubert Steinweg zeigt die Auszeichnung, die das Deutsche Rote Kreuz ihm verliehen hat. Foto Sabine Sitte

„Eine Vitrine für alle Orden habe ich nicht“, sagt der Mann, der vor wenigen Wochen seinen 80. Geburtstag feierte, und schließt bedächtig die Türen seines prall gefüllten Aktenschrankes. „Die Medaillen liegen in ihren Kästchen in meiner Schublade.“ Lediglich die Urkunde für die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz im vergangenen Jahr hängt gerahmt und ein wenig einsam an der Wand.

Nicht damit gerechnet

„Mit dem Ehrenzeichen des DRK habe ich überhaupt nicht gerechnet“, erinnert sich Hubert Steinweg an die Versammlung des Kreisverbandes Ende August. „Plötzlich fiel bei den Ehrungen mein Name.“ Ein kleines rotes Kreuz als Mittelpunkt in einem soliden weißen Kreuz und auch die Inschrift auf der Urkunde wirkt eher schlicht: in dankbarer Anerkennung besonderer Verdienste. Doch es seien nicht seine alleinigen Verdienste, so der langjährige ehemalige Gemeindedirektor der Gemeinde Heek. „Ich nehme die Auszeichnung nur stellvertretend für alle anderen Ehrenamtlichen im DRK entgegen.“

Seit 1978 DRK-Mitglied

Seit 1978 ist Hubert Steinweg Mitglied. Eines fällt auf: Zwischen Eintritt und Wahl zum ersten Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins Nienborg-Heek lagen nur wenige Wochen. Wie gelingt so eine Karrieresprung, wenn auch nur im Ehrenamt? „Ich bin gefragt worden“, erinnert sich der heutige Ehrenvorsitzende. „Damals war es in vielen Orten noch Brauch, dass der Gemeindedirektor gleichzeitig auch Vorsitzender der DRK-Gruppe war.“ Doch, so betont Steinweg ein wenig verschmitzt, „trotzdem musste ich ja noch von den Mitgliedern gewählt werden.“ Das hätte auch anders ausgehen können. Mit einer sechsjährigen Unterbrechung führte Hubert Steinweg den hiesigen Verein über 27 Jahre als dessen Vorsitzender an. Außer den Erfahrungen als Blutspender hatte der gebürtige Sauerländer zu Beginn seiner Amtszeit keinerlei Wissen um die Aufgaben des DRK. „Aber wir waren ein gutes Vorstandsteam.“
Heute sei noch viel mehr Wissen und Technikverstand nötig als früher. „Es ist jetzt viel schwerer geworden, für solche Ämter Leute zu finden“, weiß Steinweg. Aber das Loslassen aus der aktiven Vorstandsarbeit sei ihm nicht schwer gefallen: „Es ist ja alles gut geordnet.“

Viele Projekte auf den Weg gebracht

Auch im Ruhestand hat er unzählige Projekte auf den Weg gebracht: sich in der Flüchtlingshilfe engagiert, ein Seniorencafé gegründet und eine Seniorengymnastikgruppe. „Dort turne ich noch regelmäßig mit“, gibt Hubert Steinweg gerne zu. Tennis, Rad fahren, lesen, reisen, Konzerte und Literatur sind seine Leidenschaften. „Nur Singen kann ich nicht so gut.“
Hubert Steinweg ist seit 54 Jahren mit seiner Frau Margret verheiratet; er ist Vater und Großvater. Ob er sich tatsächlich einmal zur Ruhe setzen könne? „Nein, solange mich die Füße tragen, bin ich unterwegs“, lautet seine verschmitzte Antwort.
Das nächstes Projekt ist auch schon in Arbeit: Die Sammlung und Aufbewahrung von Kulturgut liegt ihm besonders am Herzen. „Eines Tages werden wir für besondere Erinnerungen und alte Gebrauchsstücke einen Platz in der Gemeinde finden.“ Da bleibt eine Vitrine für die eigenen Orden noch lange Nebensache. 

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