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Vor der Wahl: Jugendliche löcherten Politiker

AHAUSKinder und Jugendliche löcherten am Dienstag in der Stadthalle die Bundestagskandidaten mit ihren Fragen. Nicht für alle Antworten der Politiker gab es Applaus.

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  • Jugendliche löcherten Politiker
    Nicht ganz, aber gut gefüllt waren die Zuschauerränge der Stadthalle. Foto Madlen Gerick

Aufgeregt tuscheln am Dienstagabend 350 Jugendliche in der Ahauser Stadthalle. Sie wollen sich bei der Podiumsdiskussion über die Parteien informieren, damit sie bei der Jugendwahl am 15. September wissen, wo sie ihr Kreuzchen setzen. Dann ist es auch schon soweit: Die Politiker betreten die Bühne und stellen sich den Fragen der 14- bis 17- Jährigen.

Viele Direktkandidaten stellten sich

Bei den Politikern handelt es sich größtenteils um die Direktkandidaten des Wahlkreises 124: Ingrid Arndt-Brauer für die SPD, Bernhard Lammersman für die Grünen, Dietmar Lütkemeyer für die FDP und Hannes Draeger für die Linke. Für die CDU nimmt die Landtagsabgeordnete Heike Wermer teil und die AfD wird von Dr. Michael Espendiller aus dem Wahlkreis 128 vertreten.

Bei der Vorstellungsrunde heimst Heike Wermer den größten Applaus ein, der Kandidat der AfD wird ausgepfiffen. Moderator Dr. Nikolaus Schneider stellt den Politikern insgesamt neun Fragen. Für die Antwort haben die Diskutanten je Frage eine Minute Zeit. Bei der Frage nach der Bekämpfung von Fluchtursachen und den Plänen zur Verbesserung der Integration sagt Espendiller, dass Entwicklungshilfe nicht bei den Bedürftigen ankomme. Dafür erntet er Widerspruch von der CDU. Die Linke stichelt gegen die Christdemokraten und die SPD, indem Hannes Draeger behauptet, die Fluchtursachen würden durch Waffenexporte von Deutschland selbst produziert. Dagegen wehrt sich vor allem die SPD.

Thema Integration

Beim Thema der Integration veranschaulicht Bernhard Lammersmann mit dem Satz „Integration ist keine Einbahnstraße“ die Auffassung der Grünen. Heike Wermer und Dietmar Lütkemeyer sind sich einig, dass Integration nur mit dem Beherrschen der deutschen Sprache und dem Leben nach deutschem Rechtssystem funktioniere.
Beim Thema Energiewende, der Herzensangelegenheit der Grünen, kann Bernhard Lammersmann nur noch sagen, dass sich unser Lebensstil radikal ändern müsse. Für mehr reicht seine verbliebene Redezeit nicht aus.
Zwischendurch werden Fragen der Schüler vorgelesen, die über Facebook gestellt werden.

Dabei geht es um die Zukunft der Schulformen, um die Ehe für alle und die Legalisierung von Cannabis. Bei der Meinungsumfrage mithilfe von Applaus schneiden die Linke und die FDP gut ab. Noch lauter klatschen die Jugendlichen allerdings für die CDU. Am Ende stimmen alle dem Satz Heike Wermers zu: „Die Politik darf nicht immer nur reden. Wir müssen machen.“

Veranstalter zufrieden

Die Veranstalter der Podiumsdiskussion zeigen sich zufrieden. „Die Ruhe im Saal hat gezeigt, wie interessiert die Jugendlichen waren“, freut sich Beigeordneter Werner Leuker. Bei einer möglichen nächsten Podiumsdiskussion sollen die Fragen der Schüler im Chat mehr Gewicht bekommen.

Die Stadt Ahaus veranstaltet am  Freitag, 15. September, gemeinsam mit dem Jugendwerk eine U18-Wahl.
Folgende Schulen beteiligen sich: Canisiusschule, Gesamtschule, Annette-von-Droste-Hülshoff-Hauptschule, Alexander-Hegius-Gymnasium, Anne-Frank Realschule, Gottfried-von-Kappenberg-Schule, Burgschule, Josefschule in Ahaus, Josefschule in Graes.

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