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Eigenes Modelabel: Dreifache Mutter designt Taschen aus Applebeach

APLERBECKSie ist Mutter von drei Kindern und Gründerin eines eigenen Modelabels: Die Aplerbeckerin Dagmar Knappkötter-Esch (52) stellt unter dem Namen "Applebeach" Taschen aus waschbarem Papier her - mit Dortmund-Motiven. Nun stellt sie ihre Produkte das erste Mal einer breiteren Öffentlichkeit vor.

Dreifache Mutter designt Taschen aus Applebeach
Dagmar Knappkötter-Esch designt Taschen aus waschbarem Papier, einem Mix aus Cellulose und Latex. Das Papier bedruckt sie mit Bildern, die ihr gut gefallen, zum Beispiel mit Dortmund-Motiven: links die Thomasbirne, rechts der U-Turm. Foto: Jana Klüh

Vielleicht liegt es daran, dass Dagmar Knappkötter-Esch in ihrem Leben immer ein bisschen mehr wollte, immer auf der Suche nach etwas Eigenem war und sich abheben wollte, dass sie jetzt dort ist, wo sie ist.

Vor sechs Jahren hat sie das Label Applebeach gegründet. Vor zwei Jahren änderte sie ihr Konzept – entschied, nicht mehr mit normalen Stoffen zu arbeiten, sondern mit jenem festen Stoff, der sich anfühlt wie Papier, der aber viel robuster ist. Jetzt ist sie am Wochenende erstmals beim Dortmunder Design-Gipfel im Depot dabei, um ihre Produkte einem breiteren Publikum bekannt zu machen.

Eigentlich ist Knappkötter-Esch Maschinenbauzeichnerin und Architektin

Gelernt hat die 52-Jährige nach der Schule Maschinenbauzeichnerin. Aber: „Ich wollte noch mehr“, sagt sie. Also begann sie mit Ende 20 noch ein Architekturstudium an der FH in Dortmund. Dann kamen die Kinder. Drei Mädchen, heute 12, 15 und 18 Jahre alt.

„Ich dachte immer, studieren und Kinder kriegen klappt super“, sagt Dagmar Knappkötter-Esch, „aber es ist das Schwierigste überhaupt.“ Das Studium brachte sie irgendwie zu Ende. Weil die Kinder aber an erste Stelle standen (und stehen), begann sie nie wirklich, als Architektin zu arbeiten.

Applebeach als Spitznamen für Stadtteil hat sie immer gemocht

Aber Dagmar Knappkötter-Esch ist nun mal ein kreativer Mensch. Einer, der die vielen Ideen im Kopf umsetzen, sie rauslassen muss. Das Nähen habe ihr immer dabei geholfen. Für die Kinder zum Beispiel habe sie viele Karnevalskostüme gemacht. Auch für sich selbst habe sie immer mal wieder etwas genäht. Und so habe es sich dann ergeben, dass sie ein eigenes Label gründete: Applebeach.

Sie wohnt hier im Stadtteil Aplerbeck und den Spitznamen habe sie immer gemocht, sagt sie. Er habe so etwas Positives. Im Wintergarten hat sie sich ihr Atelier eingerichtet. „Es ist so schön hell hier“, sagt Dagmar Knappkötter-Esch. Wenn sie an der Nähmaschine sitzt, kann sie nach draußen in den Garten blicken. Daneben stehen zwei Regale mit fertigen Taschen, hinter ihr ein Regal mit noch zu verarbeitenden Stoffen.

Papier ist Mischung aus Cellulose und Latex

Eine typische nähende Mutti, wie so viele andere, wollte Dagmar Knappkötter-Esch nicht sein. Sie wollte mehr. Wieder. Sie wollte nicht länger aus einfachen Stoffen hübsche Dinge machen. Sie war auf der Suche nach einem Stoff, den sie selbst gestalten kann. „Ich wollte nicht auf das angewiesen sein, was angeboten wird“, sagt sie.

Vor zwei Jahren stieß sie über Facebook auf eine Firma, die jenes waschbare Papier anbietet, mit dem sie heute ausschließlich arbeitet. Es ist eine Mischung aus Cellulose und Latex und dadurch reißfest und bei 40 Grad waschbar. Dagmar Knappkötter-Esch kann diesen Stoff, wie normales Papier, so bedrucken, wie es ihr gefällt.

Sie habe sehr viel mit dem Material experimentiert, getestet und probiert. Nun gestaltet sie daraus Taschen – kleine für Accessoires, große zum Shoppen. Manchmal auch Körbe, für Brötchen oder Blumen oder Krimskrams. In trockenem Zustand ist die Cellulose-Latex-Mischung sehr fest, wie dickes Papier eben. 

Im nassen Zustand sind sie besser zu nähen

Im ersten Schritt bedruckt Dagmar Knappkötter-Esch die Zuschnitte deshalb mit ausgewählten Bildern. Einige Taschen zeigen Motive der Dortmunder Künstlerin Tanja Moszyk. Auf anderen ist der U-Turm zu sehen, fotografiert vom Dortmunder Lutz Kampert. Manche Bilder haben auch Dagmar Knappkötter-Eschs Töchter aufgenommen.

Wenn der Stoff bedruckt ist, wäscht Dagmar Knappkötter-Esch ihn, denn in feuchtem Zustand wird er weicher, so kann sie ihn dann am besten vernähen. Dann trocknet er wieder und die Taschen sind fertig. Es mache ihr sehr viel Spaß mit diesem speziellen Papier zu arbeiten, das erinnere sie an ihre frühere Arbeit als technische Zeichnerin. Und das Gestalten von Taschen, das sei doch ein bisschen so wie Architektur im Kleinen. Sie könne gestalten und kreieren. Und das ist alles, was sie will.

Das müssen Sie über den Design-Gipel wissen

  • Neben Dagmar Knappkötter-Esch präsentieren sich am Samstag und Sonntag (14. und 15. 10.) mehr als 50 weitere Desginer beim Design-Gipfel im Depot, Immermannstraße 29. Besucher können hier junge Kreative kennenlernen und Accessoires, Schmuck, Deko, Papeterie, Mode kaufen.
  • An beiden Tagen gibt‘s zudem Unterhaltung: Zauberkünstler Piloso ist mit dabei, U.T.A. singt Blues, DJ Eike legt Jazz und Pop auf.
  • Der Design-Gipfel läuft an beiden Tagen von 12 bis 18 Uhr.
  • Der Eintritt kostet 3 Euro, Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt.

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