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Kreisleistungsnachweis: Schweißtreibende Löscharbeit

AHAUSLöschen, retten und bergen wollen gelernt sein: 73 Gruppen haben sich in Ottenstein den Anforderungen des Kreisleistungsnachweises gestellt.

Schweißtreibende Löscharbeit
Löschzüge von Isselburg bis Gronau trafen sich in Ottenstein zum Kreisleistungsnachweis. Foto: Anna-Lena Haget
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Kreisleistungsnachweis der Feuerwehr

Der junge Feuerwehrmann schwitzt unter seinem Helm. Seine Stiefel wiegen schwer und auch die kiloschwere Uniform tut ihr übriges dazu, dass der Staffellauf zu einer Tortur wird. Mit zusammengebissenen Zähnen erklimmt er die Holzwand, und springt auf der anderen Seite wieder herunter.

Dort, auf der anderen Seite, steht bereits sein Kamerad, der ihm die Hand entgegenstreckt. „Komm Junge! Gib’ Gas, ich bin heiß!“, ruft er und klatscht seinen Kollegen ungeduldig ab, bevor er selbst losrennt. Es geht um Zeit, Ehre und die Gewissheit, am Ende mit einem guten Ergebnis auf der Punktetafel verewigt zu werden. Rund 750 Männer und Frauen machen an diesem Sonntag beim Leistungsnachweis der Feuerwehren des Kreises Borken mit. 74 Gruppen aus Löschzügen von Isselburg bis Gronau treten beim Wettbewerb an.

Auf dem Schulhof der Grundschule geht es um Konzentration. Hier knüpfen die Feuerwehrleute Knoten wie den gestochenen, doppelten Ankerstich. Theo Albers von der Feuerwehr Rhede behält ein genaues Auge auf die Arbeit seines Teams. „Hier beim Brustbund haben wir im Rücken ein Problem. Bitte noch einmal“, korrigiert er seinen Kameraden, der etwas widerwillig Folge leistet.

Keine strahlenden Sieger

Obwohl die Wehren um die schnellste Zeit kämpfen: Strahlende Sieger gibt es offiziell nicht. Es geht in erster Linie darum, die Prüfungen mit Erfolg zu absolvieren. Ein Team aus Wertungsrichtern nimmt die Zeiten ab und notiert jeden Fehler, der passiert.

Dazu gehört ein schriftlicher Teil, den unter anderem Clemens Selting von der Feuerwehr Velen beaufsichtigt. In einem Raum des Pfarrheims rauchen die Köpfe beim Multiple-Choice-Test. „Wir haben insgesamt 30 Fragen und jeder bekommt daraus drei Stück. Das sind natürlich nicht alles dieselben, das wäre ja zu einfach“, meint Selting schmunzelnd.

Draußen im Park herrscht Volksfeststimmung. Nicht nur die Mitglieder der Feuerwehren sind bei strahlendem Sonnenschein hierhergekommen, sondern auch viele Zuschauer, die gespannt verfolgen, wie für einen Löschangriff immer wieder Schläuche ausgerollt werden und dann der Wasserstrahl das Ziel trifft. Der Musikzug der Ottensteiner Feuerwehr spielt ein Udo-Jürgens-Medley, einige Feuerwehrfrauen versorgen die hungrigen Sportler und Schaulustigen mit Pommes und Erbsensuppe. Der Kreisleistungsnachweis ist eine Aufgabe, die die gesamte örtliche Wehr gemeinsam stemmt. Auch die Ehrenabteilung trägt ihren Teil bei. Unter einem Zeltdach geben einige ältere Herren Infos aus. Und erzählen davon, wie sie selbst seinerzeit aktiv dabei waren. „1975 kam die Neuordnung. Da wurde der Altkreis Ahaus dem Kreis Borken zugeschrieben. Seitdem gibt es den Leistungsnachweis“, erinnert sich Rudi Lindemann.

Auch Bottrop dabei

Nicht ganz so lange, erst seit 15 Jahren, beteiligt sich die Bottroper Feuerwehr an den Leistungsnachweisen des Kreises Borken. Löschzugführer André Wermter ist begeistert: „Wir machen das schon über Jahre im Kreis Borken. Wir sind hier hängengeblieben, weil das hier so gut organisiert ist."

Erst gegen Abend haben alle Gruppen die einzelnen Aufgaben hinter sich gebracht. Dann ist Gelegenheit, zu resümieren und das ein oder andere für den nächsten Wettbewerb zu verbessern. Eines jedoch, wie Kreisbrandmeister Johannes Thesing betont, ist essenziell: „Die Kameradschaft steht im Vordergrund. Wir müssen zusammenarbeiten, das ist das Wichtigste“.

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