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Altenpflege sucht Nachwuchs: Allerbeste Jobaussichten

AHAUSMehr freie Stellen als Bewerber und eine Ausbildungsvergütung in vierstelliger Höhe. Nicht schlecht. Trotzdem – eine Ausbildung zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger kommt für viele nicht in Betracht. Elke Borggreve und Timo Lanksch hingegen haben sich ganz bewusst für die Altenpflege entschieden. Unterrichtet werden sie im Caritas Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit in Wessum.

Allerbeste Jobaussichten
Elke Borggreve und Timo Lanksch im fachpraktischen Übungsraum. Hier wird an Puppen in der Praxis umgesetzt, was die Altenpflege-Azubis in der Theorie lernen. Foto: Christian Boedding

Die 1981 gestartete Schule ist die älteste Einrichtung im westlichen Münsterland. Träger ist der Caritasverband Ahaus. Im Oktober startet der 70. Altenpflege-Kurs mit rund 25 Teilnehmern. Die dreijährige Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger gliedert sich in 2100 Stunden Theorie und 2500 Stunden Praxis. „Unterrichtet wird lernfeldorientiert“, erklärt Dorothea Oer, pädagogische Mitarbeiterin. Themen seien zum Beispiel „Herzerkrankungen“, „Wohnen im Alter“ oder „Pflegedokumentation“.

Bestätigung im Beruf

Elke Borggreve ist Auszubildende im ersten Lehrjahr und beim ambulanten Pflegedienst der Caritas Stadtlohn beschäftigt. Die 46-jährige gelernte Hauswirtschafterin hat sich als „Spätberufene“ ganz bewusst für diesen Job entschieden. „Ich hatte schon immer gerne mit Menschen zu tun. In diesem Beruf habe ich meine Bestätigung gefunden.“ Timo Lanksch ist im zweiten Ausbildungsjahr im St. Marien Senioren- und Pflegezentrum in Ahaus. Der 21-Jährige legte nach der Realschule ein Fachabitur ab und arbeitete nach dem Jahrespraktikum in Haus Hall. Neben der Ausbildung zum Altenpfleger führt er das duale Studium zum „Bachelor of Arts in Healthcare“ durch. Dass er schon in jungen Jahren gerne mit alten Menschen arbeitet, „dafür zollt mir mein Freundeskreis Respekt und Anerkennung.“

Gute Aufstiegsmöglichkeiten

Seminarleiter Reinhard Sicking (Foto) berichtet von sehr guten Aufstiegsmöglichkeiten. Pflegedienstleiter oder Hygienebeauftragter seien nur zwei von vielen interessanten Tätigkeiten. „Im zu Ende gehenden Kurs haben alle eine Stelle. Der Bedarf an Altenpflegekräften ist da und steigt.“ Was vor allem damit zusammenhängt, dass der Anteil der alten Menschen an der Gesamtbevölkerung steigt. Die Menschen werden immer älter – und immer kränker. Doch bevor es ins Seniorenheim geht, soll es der ambulante Pflegedienst richten.
„Vielerorts werden händeringend Fachkräfte gesucht“, berichtet Sicking. „Es gibt Pflegedienste, die keine neuen Patienten aufnehmen können, weil ihnen das Personal fehlt.“ Die Vermittlungsquote bei Altenpflegern liege bei nahezu 100 Prozent. Im Gegenzug wird es für das Bildungszentrum schwieriger, die Ausbildungsplätze zu besetzen.

Rückläufige Bewerberzahlen

„Die Bewerberzahlen gehen zurück.“ Ebenfalls eine Folge des demografischen Wandels.
Dorothea Oer: „Im Vergleich zu heute werden wir 2020 deutlich weniger Schulabgänger haben. Das wirkt sich auf alle Ausbildungsbetriebe aus, auch auf uns.“ Finanziell gegenzusteuern, das bringe nichts. So liege die Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr bei gut 1100 Euro brutto – was im Vergleich zu anderen Berufsfeldern schon nicht schlecht sei. Sicking sieht andere Stellschrauben: „Die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden. Viel Arbeit, wenig Köpfe, das darf nicht sein.“

 

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