Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Fußball: Europa League: Ein Hauch vom Kölner Karneval in London

LondonDer 1. FC Köln spielt zum ersten Mal seit 25 Jahren im Europacup. Die Euphorie vor dem Auftaktspiel beim FC Arsenal ist trotz des Fehlstarts in der Liga groß. Die Fans pilgern in Scharen nach London. Einige von ihnen kommen nicht per Flugzeug in die britische Hauptstadt, sondern gestalten ihre Anreise äußerst Kreativ.

Ein Hauch vom Kölner Karneval in London
In der Liga läuft es für die Mannschaft von Trainer Peter Stöger (r.) und Manager Jörg Schmadtke noch nicht so rund, in der Europa League will der 1. FC Köln aber für Furore sorgen. Foto: dpa

Rund 10.000 Fans reisen ohne Ticket an, manche sind schon seit Tagen mit dem Fahrrad unterwegs, und der German Pub wird außer Kölsch vom Fass auch Mettbrötchen anbieten: Die Anhänger des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln nutzen das erste Europacup-Spiel ihres Vereins seit einem Vierteljahrhundert zu einer großen Party und verbreiten einen Hauch von Karneval in der Weltmetropole London.

Größtmöglicher Außenseiter

Doch zum Comeback-Spiel auf Europas Fußball-Bühne am Donnerstag (21.05 Uhr/Sport1 und Sky) reist der FC als größtmöglicher Außenseiter. Der FC Arsenal mit den Weltmeistern Mesut Özil, Per Mertesacker und Shkodran Mustafi ist laut Koeffizient der stärkste Verein der Europa League, hatte sich zuvor in diesem Jahrtausend immer für die Champions League qualifiziert. Der FC legte derweil mit drei Niederlagen und 1:7 Toren als Tabellenletzter den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte hin.

Die Stimmung in den letzten Wochen war entsprechend gedrückt, doch vor dem ersten Europacup-Spiel nach 9115 Tagen kehren Euphorie und Entschlossenheit langsam zurück. Am Mittwochmorgen stiegen die Mitglieder des FC-Trosses überwiegend mit entschlossenem Blick und sichtlicher Vorfreude in die Chartermaschine nach London. "Wir können in Selbstmitleid verfallen oder jede Aufgabe als Chance sehen", sagte Trainer Peter Stöger.

"Angst ist ein schlechter Ratgeber"

Vize-Präsident Toni Schumacher, bei vielen legendären Europacup- Duellen als Torhüter dabei, betonte in der "Bild": "Angst ist ein schlechter Ratgeber." Stattdessen kriege er "Gänsehaut, wenn ich an den Anpfiff denke". Und Torhüter Timo Horn ergänzte: "Der Verein hat 25 Jahre auf diesen Moment gewartet. Den sollen alle genießen und den werden wir uns nicht von den ersten drei Wochen kaputtmachen lassen."

Der Verein feuert die Vorfreude der Fans durch humorige Videos unter dem Motto "Return of the Goat" ("Die Rückkehr des Geißbocks") an. 20.465 Kartenwünsche gingen beim FC ein, obwohl der Verein nur 2900 Tickets erhielt, reisen mehr als 10.000 Köln-Fans nach London. Arsenal warnte bereits, alle FC-Anhänger im gegnerischen Block des Stadions zu verweisen. "Der Ansturm ist unglaublich", erklärte der Fanbeauftragte Rainer Mendel: "Beim UEFA-Cup-Finale 1986 bei Real Madrid waren gerade mal 400 Fans dabei."

Anreise mit dem Fahrrad

Der Rapper Mo Torres, der dem FC zum Europa-League-Einzug ein Lied widmete, ist schon länger in London und fährt dort mit einem mit Wimpel, Schals und Fahnen geschmückten Ford Taunus umher. 13 Stunden brauchte er in dem 54 Jahre alten Auto bis nach London. Deutlich länger benötigen zwei Mitglieder des Fanclubs "Fründe Bollerböcke". Sie hatten sich laut "Express" vor 14 Jahren geschworen, mit dem Fahrrad anzureisen, falls der FC je wieder ein Europacup-Spiel bestreiten sollte - und hielten nun Wort.

Auch den Spielern und dem Trainerteam ist bewusst, dass dieses Spiel ein ganz besonderes ist. Und so ist auch diese Woche keine wie jede andere. Seit Montag trainiert der FC mit dem offiziellen Europa-League-Spielball, um sich an ihn zu gewöhnen. Am Dienstag fand das Training ausnahmsweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Und am Donnerstag wird auch der überzeugte Kapuzenpulli-Träger Stöger - vom Verein dieser Tage scherzhaft als "The Austrian One" präsentiert - wohl im feinen Anzug an der Seitenlinie stehen.

Team nicht chancenlos

Sein Team erachtet der Österreicher trotz der aktuellen Liga-Krise als keineswegs chancenlos. "Wir wollen dort gewinnen, sonst bräuchten wir gar nicht hinzufliegen", sagte er. 

Von dpa

Zur Startseite >

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG