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Stammplatz Ersatzbank: Kagawas Qualitäten unter Bosz noch nicht gefragt

DORTMUNDSeit Shinji Kagawa bei Borussia Dortmund spielt, verfolgen eine ganze Reihe japanischer Journalisten das Wirken des Mittelfeldspielers auf Schritt und Tritt. Als Freiberufler arbeiten sie von Berlin aus, aber sie kommen zu jedem Heimspiel, sie fahren auch zu jedem Auswärtsspiel. Viel zu schreiben gibt es für die sportverrückten Japaner derzeit allerdings nicht. Kagawa hat seinen Platz im Team verloren.

Kagawas Qualitäten unter Bosz noch nicht gefragt
Allenfalls noch Teilzeitarbeiter beim BVB: Shinji Kagawa (l.), daneben Andrey Yarmolenko und Ömer Toprak. Foto: imago

Auch wegen Shinji Kagawa hat Borussia Dortmund seine Popularitätswerte in Fernost in den vergangenen Jahren rasant steigern können. Kagawa hier, Kagawa dort, wann immer der BVB im Sommer zu einer PR-Tour nach Asien aufbrach. Alle wollten ein Selfie mit ihm, alle drängten sich um ihren Landsmann, der einst von Dortmunder Scouts bei Cerezo Osaka entdeckt und für nur 350 000 Euro nach Europa geholt wurde – bis heute der Transfer, der später am meisten Rendite abwarf, als Kagawa nach Manchester weiterzog.

Vertrag bis 2020

Als man unlängst in Tokio Station machte, sorgte die dort verkündete Vertragsverlängerung mit dem 28-Jährigen bis 2020 für großen Applaus. Doch seine vierte Saison nach seiner Rückkehr aus England läuft bislang äußerst unrund. Kagawa sitzt auf der Bank, er muss in wenigen Minuten als Einwechselspieler versuchen, sich in den Blickpunkt zu spielen.

Den Stellenwert-Verlust im Team des BVB musste Kagawa schon in der vergangenen Saison registrieren. Da kam er nur auf 29 Pflichtspiele, stand in der Bundesliga nur in acht Partien für die kompletten 90 Minuten auf dem Rasen. Immerhin gelangen ihm noch sieben Scorerpunkte (ein Tor, sechs Assists), und wohl auch deshalb formulierte BVB-Sportdirektor Michael Zorc seine Freude über die Vertragsverlängerung mit dem Satz: „Er ist als einer der erfahrenen Akteure ein außerordentlich wichtiger Anker in unserer insgesamt jungen Mannschaft.“

Hoffen auf mehr Einsatzzeit

Auch bei Kagawa aber dürfte der Schritt zum Bleiben in Dortmund eng mit dem sich anbahnenden Trainerwechsel verknüpft gewesen sein. Unter Thomas Tuchel spürte der Japaner schwindende Rückendeckung, mit der Verpflichtung von Peter Bosz verband sich bei Kagawa die Hoffnung auf mehr Vertrauen und Einsatzzeit.

Dass er sich in einem WM-Qualifikationsspiel im Juni die Schulter auskugelte, torpedierte diese Hoffnungen. Kagawa verpasste große Teile der Vorbereitung, von daher war klar, dass er aus der Verfolgerrolle würde um seine Chance spielen müssen. Dennoch war das 0:0 in Freiburg ein kleiner Rückschlag für ihn: Es war eine Partie, in der es der Borussia sichtbar an Ideen und Kreativität im Aufbau mangelte, in der Freiburg die Räume extrem verdichtete.

Eigentlich das ideale Betätigungsfeld für Kagawa, dessen überraschende Drehungen und Wendungen eine Spezialität seines Spiels sind. Doch Bosz setzte lieber auf die Brechstange, brachte Andrey Yarmolenko. Nach gerade zwei Einheiten mit seiner neuen Mannschaft.

"Wir brauchen Jeden"

Das kann ein Zeichen für Shinji Kagawa gewesen sein. Allerdings: Die Saison nimmt nun richtig Fahrt auf, „und wir werden jeden Mann brauchen“, hat Bosz vor dem Spiel im Breisgau erklärt. Kagawa dürfte seine Chance bekommen, vielleicht ja schon in Wembley.

Nach dem 0:0 in Freiburg war Shinji Kagawa bei seinen Landsleuten dennoch ein gefragter Gesprächspartner. Auch wenn er keine Minute gespielt hatte.

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