Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing
1 Kommentar

Anschlag auf BVB-Bus: "Immer noch Angst“" - Kagawas bewegender Blog-Eintrag

DORTMUNDBorussia Dortmunds Mittelfeldspieler Shinji Kagawa hat sich nach dem letzten Bundesliga-Spieltag auf seinem offiziellen Internet-Blog in Japan ausführlich zu dem Sprengstoff-Anschlag auf den BVB am 11. April geäußert. "Um ehrlich zu sein: Ich habe immer noch Angst!"

"Immer noch Angst“" - Kagawas bewegender Blog-Eintrag
Hat noch immer mit den Folgen des Anschlags am 11. April zu kämpfen: Shinji Kagawa. Foto: Kirchner/Steinbrenner

Alles sei wie immer gewesen, schreibt Kagawa. "ich habe mich sehr auf dieses Spiel gefreut, weil ich in diesem Wettbewerb bislang nie weit gekommen bin." Treffen am Trainingsgelände, Abfahrt zum Teamhotel, Essen, Besprechung - es ist ein durchgetakteter Ablauf, der eigentlich immer gleich ist. "Meine Fitness, meine Einstellung, ich war bereit!"

"Ich konnte kein Wort sagen"

Dann der Moment der Abfahrt. Die Spieler haben feste Plätze, "jeder ist da, der Bus fährt los", schreibt Kagawa. "Dann gab es einen lauten Knall. Ich war sehr erschrocken. Mein erster Gedanke war, dass jemand auf den Bus schoss!“ Die Spieler hätten sich auf den Boden geworfen, laute Schreie im Bus, "in diesem Moment geriet ich in Panik. Ich konnte kein Wort sagen, ich konnte nichts tut."

Er habe dann nach hinten geschaut, schreibt der Japaner, er habe die zerborstenen Fenster gesehen. "Und ich sah, wie Marc Bartra sich vor Schmerz krümmte. Ich war, wir alle waren entsetzt."

Vom Attentat geträumt

Später im Stadion habe die Nachricht von der Neu-Ansetzung des Spiels gegen Monaco direkt am folgenden Tag die Mannschaft erreicht. "Ich konnte mir nicht vorstellen, ein Fußballspiel zu spielen. Ich denke, niemand konnte das."

48 Bilder
Explosionen am BVB-Bus in Dortmund-Höchsten
24 Bilder
Der Tag nach der Attacke auf den BVB-Bus in Brackel

Schlimm sei die erste Nacht gewesen. Er habe nicht schlafen können, dann sei er eingedöst und habe vom Attentat geträumt. Die Angst ist geblieben. "Ich habe Angst davor, in den Bus zu steigen. Angst davor, zu Spielen zu gehen. Ich hörte, dass der Täter verhaftet worden sei. Aber Dortmund, andere Fußballmannschaften oder andere Sportvereine könnten in Zukunft wieder Zielscheibe werden."

"Ich sehne mich nach einer solchen Welt"

Er wünsche sich, schreibt Shinji Kagawa am Ende, dass es auf der Welt keine Konflikte gäbe, dass niemand Angst haben müsse. "Ich sehne mich nach einer solchen Welt."

Zur Startseite >

Kommentare
  • Ehrlichkeit
    von Radu am 23.05.2017 08:02 Uhr

    Das ist eine offenes, menschliches und ehrliches Statement. Respekt vor diesen Worten. Ich kann Tuchels Aussage und Kritik an die Neuansetzung der Partie nur unterstreichen. Außergewöhnliche Situationen muss man völlig neu bewerten, da es keine Erfahrungswerte gibt. Das können nicht Außenstehende, sondern nur direkt betroffene.
    Lasst uns am Samstag den Titel holen und die außergewöhnliche Saison noch so erfolgreich abschließen. Zur GF habe ich schon alles gesagt. Wir werden einen Trainer entlassen, der aus sportlicher Sicht und hinten raus auch menschlich überzeugt hat. Das nennt man Luxusprobleme, die andere Vereine gerne hätten. Fragt mal die Blauen. Hejy BVB!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG