Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

: Nach „Irma“: Zahl der Toten in den USA steigt auf 18

Miami/JacksonvilleMit aller Kraft räumt Florida auf. Die Schäden durch Hurrikan „Irma“ sind gewaltig. US-Präsident Trump will nun zerstörte Orte besuchen. Schlimme Nachrichten kommen aus einem Pflegeheim, das im Sturm ohne Strom war - dies galt auch für die Klimaanlage.

Nach „Irma“: Zahl der Toten in den USA steigt auf 18
Hochwasser in der amerikanischen Stadt Jacksonville – auch hier hat "Irma" sichtbare Spuren hinterlassen. Foto: Dede Smith/The Florida Times-Union/dpa

Die Zahl der Toten in den USA nach dem verheerenden Hurrikan „Irma“ hat sich auf mindestens 18 erhöht. In Hollywood nördlich von Miami starben nach Angaben der Bürgermeisterin wegen einer defekten Klimaanlage fünf Insassen eines Pflegeheims. Dem Sender CBS zufolge hatte der Stromausfall wegen des schweren Sturms zu einem Generatorendefekt geführt - die Menschen seien dann an einer Gasvergiftung gestorben.

Die Feuerwehr wurde am Morgen zum „Hollywood-Hills“-Heim gerufen. Den Angaben zufolge starben zwei Menschen in dem Heim und drei in einem nahen Krankenhaus, in das sie gebracht worden waren. Aus dem Pflegeheim wurden mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht. Ein Mitarbeiter des Klimaanlagen-Herstellers Airstron sagte dem Sender ABC, man habe sich tagelang vergeblich bemüht, eine defekte Sicherung der fraglichen Anlage zu reparieren.

Vor dem Zwischenfall in Hollywood hatte die „New York Times“ die Zahl der US-Toten auf 13 beziffert. Insbesondere auf der Inselgruppe Florida Keys könne ihre Zahl aber noch steigen. Dorthin kehrten am Dienstag die ersten Anwohner zurück. 90 Prozent der Häuser auf den Inseln wurden zerstört oder schwer beschädigt. Bei seinem Zug durch die Karibik waren infolge des Hurrikans zuvor mindestens 37 Menschen gestorben.

Weite Gebiete im Südosten der USA überschwemmt

US-Präsident Donald Trump wird Florida an diesem Donnerstag besuchen. Welche der besonders zerstörten Gebiete er aufsuchen wird, war am Mittwoch zunächst nicht bekannt.

Weiterhin stehen große Gebiete im Südosten der USA unter Wasser, so die Großstadt Jacksonville im Nordosten Floridas. Fernsehbilder zeigten hüfthohes Wasser. Topographisch ungünstig gelegen, werden die Überschwemmungen noch tagelang anhalten. Meteorologen warnten sogar vor einer Verschlimmerung der Lage, bringe doch der in der Großstadt mündende St. Johns-Fluss viel Wasser.

Nach wie vor waren in Florida Millionen Menschen ohne Strom. Die Behörden bezifferten ihre Zahl am Mittwoch auf 4,9 Millionen. Bis auf wenige Ausnahmen sollen die Ausfälle binnen zehn Tagen behoben sein.

Vergleichsweise wenige Todesopfer durch besseren Katastrophenschutz

Die vergleichsweise niedrige Zahl von Todesopfern durch die Hurrikane „Harvey“ und „Irma“ in den USA geht Experten zufolge auch auf Verbesserungen im Katastrophenschutz zurück. „Es gibt keinen Zweifel, dass wir besser geworden sind“, sagte Brian Wolshon, Spezialist für Bevölkerungsschutz von der Louisiana State University, der „New York Times“. „Was wir tun, ist nicht kompliziert, es geht nur um den politischen Willen und die Notwendigkeit, es zu tun.“

Als „Katrina“ 2005 New Orleans traf, starben mehr als 1800 Menschen, Bei den Stürmen „Irma“ in Florida und „Harvey“ in Texas zusammen sind es in den USA bislang weit unter 100. Eine offizielle Bilanz gibt es angesichts der anhaltenden Überschwemmungen aber noch nicht. Florida hatte Glück im Unglück: „Irma“ zog nicht voll über die stark besiedelte Küstenregion um Miami hinweg. Eine vorhergesagte tödliche Flutwelle an der Golfküste blieb weitgehend aus.

Stars wie Beyoncé, George Clooney, Julia Roberts und Stevie Wonder warben am Dienstagabend (Ortszeit) mit einem TV-Spendenmarathon um Geld für die Opfer. Bei der Veranstaltung kamen nach ersten Angaben rund 15 Millionen Dollar (etwa 12,5 Millionen Euro) zusammen. 

dpa

Zur Startseite >

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG