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Krankmeldungen: Air Berlin erwartet für Donnerstag Normalbetrieb

BerlinFlugreisende brauchten auch am Mittwoch gute Nerven. Mehr als 30 Flüge mussten bei Air Berlin gestrichen werden. Auch die Lufthansatochter Eurowings musste Flüge canceln. Doch für den Donnerstag gibt es Hoffnung auf Normalbetrieb.

Air Berlin erwartet für Donnerstag Normalbetrieb
Passagiere am Flughafen Berlin-Tegel, warten auf Infos über ihren Flug. Foto: dpa

Die Zahl der Krankmeldungen flaue ab, Gesundmeldungen von Piloten träfen ein, hieß es am Mittwoch in einem Offenen Brief des Vorstands an die Cockpit-Crews. „Die Piloten kommen zurück“, sagte ein Sprecher.

Bereits am Dienstag hatten sich etwa 200 Mitarbeiter von Air Berlin krank gemeldet, mehr als 100 Flüge fielen aus, Tausende Passagiere waren betroffen. Der Airline-Chef Thomas Winkelmann bezeichnete in dem Brief die Situation als „unerträglich“.

Die Fluglinie hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass es auch am Mittwoch zu Flugstreichungen kommen werde, allerdings keine genauen Zahlen genannt. Der Vorstand der Fluglinie hatte in einem internen Schreiben der Belegschaft mitgeteilt, dass „gegenwärtig 149 Krankmeldungen von Kapitänen und First Officers“ vorlägen. Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Dieser Krankenstand habe sich bis Mittwochmorgen nicht verändert, sagte die Sprecherin.

Ungelegene Turbulenzen

„Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten an den Gesprächen um die Zukunft von Air Berlin die Nerven behalten und versuchen, das Beste für die Beschäftigten zu erreichen“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte, „den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrechtzuerhalten und nicht die Kunden in Mitleidenschaft zu ziehen“.

Die Kosten für die Airline beliefen sich am Dienstag nach internen Berechnungen auf rund fünf Millionen Euro. Das Management sprach von einer existenzbedrohenden Situation und kritisierte, ein Teil der Belegschaft spiele mit dem Feuer. „Potenzielle Investoren werden durch die gestrige und heutige Performance verschreckt“, betonte Winkelmann gemeinsam mit Betriebsleiter Oliver Iffert und Personalchefin Martina Niemann. Sie appellierten an die Piloten: „Meldet Euch aus dem Off freiwillig zurück.“

Die erneuten Turbulenzen kommen für Air Berlin reichlich ungelegen, schließlich drängt die Zeit für einen Verkauf. Bleibe es bei diesem Krankenstand, drohe vermutlich eine vollständige Liquidation der Fluggesellschaft, warnte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus im Intranet des Unternehmens. Er soll die Airline sanieren und verhandelt mit der Lufthansa und weiteren Interessenten über einen Verkauf. An diesem Freitag endet die Bieterfrist, eine Entscheidung soll am 21. September fallen.

Die seit Jahren verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem ihre arabische Großaktionärin Etihad die Zahlungen eingestellt hatte. 

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dpa

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