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TV Emsdetten: Innovatives Konzept kann erst greifen, wenn das Finanzloch in Höhe von 260.000 Euro gestopft wird

EMSDETTENHolger Kaiser, der hauptamtliche Geschäftsführer der TVE-Marketing GmbH, hat eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie der TVE-Handball, sportlich und im Umfeld, sich im Jahr 2030 darstellen soll. Holger Kaiser und der TVE-Profi-Handball haben aber auch ein Problem: Es fehlt Geld. Nicht 2030 – sondern jetzt! Sofort. Sonst sind alle sinnvollen konzeptionellen Überlegungen hinfällig.

Innovatives Konzept kann erst greifen, wenn das Finanzloch in Höhe von 260.000 Euro gestopft wird
Holger Kaiser, hauptamtlicher Geschäftsführer der TVE-Marketing GmbH, präsentierte den Sponsoren die aktuelle Zahlen - 260.000 Euro muss die GmbH dringend aufbringen, sonst droht das Aus - und sein neues Konzept, wie er sich die Zukunft des (Profi-)Handballs in Emsdetten vorstellt. Foto: Bernd Oberheim

Um sein Konzept vorzustellen und auf die wirtschaftlichen Probleme aufmerksam zu machen, hatte die TVE-Marketing GmbH am Donnerstagabend in den Lichthof in Stroetmanns Fabrik eingeladen. Gut 150 Personen aus Wirtschaft, Sport und Politik waren gekommen.


Damit sein hervorragendes Konzept mit dem Untertitel „TVE - vom traditionellen Sportverein zum modernen Bürgerunternehmen“ mit Leben gefüllt werden kann, muss Holger Kaiser schnell Sponsoren finden, um die finanziellen Altlasten aus der jüngsten TVE-Handball-Vergangenheit bewältigen zu können.


„420 000 Euro“


Denn die aktuelle Finanzlage ist mehr als angespannt. Einen Schuldenberg von rund „420 000 Euro“ schiebt die Marketing GmbH vor sich her. Das bestätigte Kaiser am Donnerstag gegenüber der Emsdettener Volkszeitung und teilte es am Abend auch den Sponsoren mit. Demnach beläuft sich das „strukturelle Defizit“ aktuell auf 250 000 Euro. Hinzukommt ein Darlehen in Höhe von 170 000 Euro, das ein Großsponsor gewährt hat. Geld, das vorab gezahlt wurde, um die Finanzlöcher in den beiden vorherigen Spielzeiten zu stopfen.


An „neuen Sponsorengeldern“ konnte der TVE aktuell 80 000 Euro in dieser Saison hereinholen. Weitere 80 000 Euro sogenannte „Sondereffekte“ bessern die Bilanz auf, sodass unter dem Strich im Moment „260 000 Euro fehlen, um den Fortbestand unseres Unternehmens zu sichern“, so Kaiser. „Diese Summe müssen wir stemmen, sonst wird es problematisch, das Unternehmen weiterzuführen.“


Das heißt, dass der TVE-Marketing GmbH das Aus droht, wenn nicht in Kürze weitere Sponsoring-Zusagen gegeben werden, beziehungsweise zusätzliche Gelder akquiriert werden können. Dirk Schemann, der den Abend moderierte, drückte es deutlich aus: „Sonst wissen wir nicht, ob es am 6. Februar 2016 mit dem TVE-Zweitliga-Handball weitergeht.“
Als Sofort-Maßnahme hatte die Marketing GmbH eine Sponsoren-Tafel aufgestellt. Jede Unterschrift darauf, soll „1000 Euro bringen, gern auch mehr“. Einige Gäste griffen spontan zum Stift.


Die Schulden der Marketing GmbH sind vor allem in der Bundesliga-Saison 2013/14 angehäuft worden. Zudem haben die Verantwortlichen es anschließend verpasst, „entsprechend gegenzusteuern“ (Kaiser), sodass das Minus im ersten Zweitliga-Jahr nach dem Abstieg und auch in der laufenden Spielzeit 2015/16 weiter angewachsen ist.


„Ich möchte hier und jetzt keine Schuldzuweisungen vornehmen. Alle, die sich in der Vergangenheit für die TVE-Marketing GmbH ehrenamtlich eingesetzt haben, haben dies mit sehr viel Herzblut getan“, so Kaiser gegenüber der EV. Fakt ist aber dennoch, „dass wir – möglichst schnell – 260 000 Euro brauchen.“ Ansonsten droht, auch wenn Kaiser das nicht explizit aussprach, der Gang zum Insolvenzrichter.


Kaiser: „Wir müssen jetzt durch dieses Nadelöhr von 260 000 Euro hindurch, erst dann können wir – TVE-Gesamtverein und Marketing GmbH gemeinsam – dem Neuen eine Chance geben.“


Leitsätze


Und dieses „Neue“ führte Kaiser am Donnerstagabend den Sponsoren im Lichthof vor Augen. Kernstück sind vier Leitsätze, die Kaiser in seinem Konzept formuliert hat:
› Sportlich: „Der TV Emsdetten will eine nachhaltige Kadergestaltung – dies prägt das Image und garantiert den sportlichen Erfolg.“
› Jugendausbildung: „Der TV Emsdetten schafft Ausbildungsfähigkeit und bringt Jugendliche und Unternehmen auf einer gemeinsamen Begegnungsplattform zusammen – die Unternehmen fördern die Aktivität und holen die TVE-Jugend in die Berufswelt ab.“
› Medial: „Der TV Emsdetten nutzt die Chancen der neuen Medienwelt“ – denkt mittelfristig gar an ein TVE-TV – und schafft über diese „emotionale Plattform Gemeinsamkeit mit seinen Partnern“.
› Soziales Tun: „Der TV Emsdetten nimmt mit den Bundesliga-Handballern und der TVE-Familie Bürger und Angestellte der Partner an die Hand – gemeinsames Tun vor Ort schafft Identifikation.“


Kaiser reicherte seinen Vortrag mit zahlreichen Beispielen aus seiner Zeit beim SC Magdeburg sowie der SG Flensburg-Handewitt an. Beide Handball-Bundesligisten hatte er saniert – ohne dass der sportliche Erfolg darunter gelitten hatte.
Entscheidendes Gremium des „neuen TVE“ soll in Zukunft ein so genannter „Round Table“ (Runder Tisch) sein. Hier sollen Vertreter des Gesamtvereins TV Emsdetten und der Marketing GmbH die richtungsweisenden Beschlüsse treffen und für Transparenz sorgen.


Finanzloch stopfen


Doch damit all das – sowie die dahinter steckenden konzeptionellen Ideen – umgesetzt werden kann, muss erst mal das klaffende Finanzloch in Höhe von 260 000 Euro gestopft werden.


Sonst ist der Bundesliga-Handball in Emsdetten sehr bald nur noch ein Teil der sportlichen Tradition der Stadt und wird die Vision „vom modernen Bürgerunternehmen“ das bleiben, was sie jetzt noch ist: eine Vision.

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