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Vier Irrtümer: Diese Fakten über Katzen sind nicht ganz richtig

DortmundIm alten Ägypten wurden Katzen als Göttin verehrt. Auch heute noch ist das anmutige Tier bei vielen Familien die Diva im Haus. 13,4 Millionen von ihnen bekommen in Deutschland einen Unterschlupf. Bei der Zahl sollte man meinen, dass alles Wissenswerte über die Katzen im Umlauf ist. Aber falsch gedacht! Wir klären auf.

Diese Fakten über Katzen sind nicht ganz richtig
Katzen können im Dunkeln sehen? Nicht ganz richtig, denn sie brauchen ein bisschen Restlicht. Foto: dpa

ren eigenen Kopf haben. Deshalb wird es manchmal als Charakterfrage gesehen, ob sich Haustierhalter für Hund oder Katze als Begleiter entscheiden. Es würde in vielen Fällen sogar auch funktionieren, sich einfach für beide zu entscheiden. Denn anders als es der Volksmund will, sind sie sich nicht spinnefeind. Und es gibt noch mehr Irrtümer:

1. Katzen fallen immer auf die Pfoten

Katzen verfügen in der Tat über einen ausgezeichneten Gleichgewichtssinn und blitzschnelle Reflexe. Der sogenannte Drehreflex erlaubt es ihnen, sich mitten im Fall um die eigene Achse zu drehen und sicher wieder zu landen. Dabei benutzen die Tiere ihren Schwanz aktiv als Gegenruder. Kurz vor dem Aufkommen machen sie einen Buckel, um so die Fallenergie besser abfedern zu können. Wie gut das in der Praxis funktioniert, hat der französische Physiologe und Photopionier Etienne-Jules Marey schon 1894 mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen fotografisch festgehalten.

Allerdings landet das Tier dabei keineswegs immer automatisch auf den Pfoten. Vor allem geringere Höhen sind ein Problem, denn der Abstand zum Boden ist dann zu klein, um die Drehbewegung ausführen zu können. In so einem Fall kann die Katze dann auch höchst unsanft auf dem Rücken landen und sich durchaus auch verletzen.
Fiorella Gambale vom Mailänder Institut für Katzenforschung wollte es noch genauer wissen, und ließ die Katze Esther zu Forschungszwecken ganze 600 Mal aus verschiedenen Höhen fallen.

Dabei zeigte sich, dass es Esther schon ab einer Höhe von nur zwei Fuß (zirka 60 Zentimeter) gelang, eine Drehung zu vollziehen, und bei jedem durchgeführten Versuch wieder sanft auf allen Vieren zu landen. Dabei war es egal, ob sie aus nur zwei Fuß Höhe fiel oder aber aus 6 Fuß (zirka 1,80 Meter) Höhe. Lediglich bei einem Fuß Höhe (zirka 30 Zentimeter) reichte die Entfernung zum Boden beziehungsweise die Zeit nicht aus, um sich drehen zu können und so auf den Pfoten zu landen. Bei ganzen 100 Versuchen gelang ihr das in dieser niedrigen Höhe nicht ein einziges Mal.

2. Hunde und Katzen vertragen sich nicht

Die Redewendung „Sie sind wie Hund und Katz“ legt nahe, dass Katzen und Hunde sich nicht besonders gut riechen können. Hundebesitzer wissen, dass spätestens dann, wenn die Katze wegläuft, der Jagdtrieb ihres besten Freundes erwacht. Manchmal holt sich der Hund dabei allerdings eine blutige Nase, denn nicht jede Katze lässt sich gern durch die Botanik treiben.

Dabei können sich Hunde und Katzen durchaus sehr gut verstehen, vor allem dann, wenn sie zusammen aufgewachsen sind. Dabei muss jedes der Tiere aber erst einmal eine Fremdsprache lernen, und zwar die des jeweils anderen. Missverständnisse sind nämlich vorprogrammiert, wenn der Hund das Schnurren der Katze als Knurren interpretiert oder die Katze das aufgeregte Schwanzwedeln des Hundes als Übellaunigkeit.

3. Zur Belohnung gibt es Schokolade

Wir Menschen neigen dazu, Tiere zu vermenschlichen und so manchmal zu völlig falschen Schlüssen zu kommen. Auch wenn wir selber gerne Schokolade naschen, heißt das noch lange nicht, dass Katzen (oder auch Hunde) ebenfalls Schokolade essen dürfen. Ganz im Gegenteil sogar kann Schokolade für sie nicht nur gefährlich, sondern sogar tödlich sein. Eine regelrechte Schokoladenvergiftung droht.

In den Kakaobohnen und somit auch in der Schokolade steckt nämlich Theobromin, ein sogenanntes Purinalkoloid. Dunkle Sorten, wie Zartbitter- beziehungsweise Halbbitter- oder Bitterschokolade, enthalten mehr Kakao und somit auch mehr Theobromin.

Vom Darm der Tiere gelangt dieses Purinakoloid in das Blut und somit unter anderem in die Leber, Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin werden vermehrt ausgeschüttet, der Blutdruck erhöht sich, der Puls beschleunigt. Unruhe, Zittern, Krämpfe, Erbrechen und Durchfall können die Folge sein. Jüngere und kleinere Tiere sind schon durch den Verzehr von nur einer einzigen Tafel Schokolade ernsthaft bedroht und können daran sogar versterben. 

Hat die Katze also eine unbekannte oder sogar größere Menge Schokolade gefressen, heißt es: schnellstens zum Tierarzt. Eine unbehandelte Schokoladenvergiftung kann innerhalb weniger Stunden bleibende Schäden verursachen und sogar tödlich verlaufen. Vorsicht ist auch geboten, wenn die Schokolade Zuhause einfach so „ungesichert“ herumliegt. So manch ein Vierbeiner bedient sich da nämlich gerne mal selbst.

4. Katzen können in völliger Dunkelheit sehen

Es ist ein Irrtum zu glauben, Katzen könnten in völliger Dunkelheit sehen. Um etwas sehen zu können, brauchen auch sie zumindest etwas Restlicht. Ihre Augen arbeiten praktisch wie Restlichtverstärker, aber eben nicht wie Scheinwerfer, sie beleuchten nichts.

Zum einen haben Katzenaugen einen relativ hohen Anteil von Fotorezeptoren auf der Netzhaut, zum anderen besitzen sie mit dem Tapetum lucidum eine Schicht aus reflektierenden Zellen hinter der Netzhaut, die das auftreffende Licht, das die Netzhaut passiert hat, wieder auf die Sinneszellen zurückwirft, sodass die Tiere auch bei sehr wenig Licht sehen können, wenn auch nicht in totaler Finsternis.

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