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"Das ist Wahnsinn": Neues Musical feiert Wolfgang-Petry-Hits

DUISBURG„Weiß der Geier oder weiß er nicht …“ Bei den meisten Menschen in unseren Breitengraden reichen ein paar Worte, um ihnen einen Ohrwurm einzupflanzen. Zu verdanken ist das Schlagerstar Wolfgang Petry. Auch, weil der sich seit 15 Jahren hartnäckig weigert, live aufzutreten, bekommt er jetzt sein eigenes Musical: „Wahnsinn!“.

Neues Musical feiert Wolfgang-Petry-Hits
Schlagersänger Wolfgang Petry ist für seinen Schnauzbart, eingängige Lieder und Freundschaftsarmbänder bekannt. Foto: dpa

Die Show mit über 25 Wolfgang-Petry-Hits wird am 21. Februar 2018 im Theater am Marientor in Duisburg Premiere feiern. Für das Haus ist es die erste Uraufführung – eine Entscheidung, die die Produzenten bewusst getroffen haben, weil Wolfgang Petry sich sehr mit dem Ruhrgebiet verbunden fühlt und hier eine starke Fanbasis hat. Mit dem Hit „Ruhrgebiet“ und Textzeilen wie „Ihr seid das Ruhrgebiet / Die Droge, die mich süchtig macht“ hat er der Region außerdem eine Hymne verpasst, die auf keiner Party zwischen Duisburg und Dortmund fehlen darf.

Deshalb steht sie auch am Anfang des Musicals. Die kleine Probebühne hinter dem geschlossenen Vorhang der großen Bühne des Theaters am Marientor füllt sich: Eine Rockband, Solisten und Tänzer nehmen ihre Plätze ein und legen auf das Kommando des Regisseurs Gil Mehmert los. Ihr Flow aus Musik, Choreografien und Sprechszenen reißt sofort mit. Nach jeder Strophe von „Ruhrgebiet“ tritt die Musik kurz in den Hintergrund und lässt Raum für die Geschichte um vier Paare und ihre Achterbahnfahrt der Gefühle im alltäglichen Beziehungs-Wahnsinn.

Herrlicher Ruhrpottakzent 

Das kleine Publikum, das die ersten Ergebnisse eines Ideen-Workshops für das Musical erleben darf, lernt die tragenden Figuren der Geschichte kennen: den frisch verliebten Möchtegern-Musiker Tobi und seine Angebetete Gianna, die durchaus etwas für Dixi-Klos übrig hat. Seinen Vater Karsten, der es ebenfalls mit der Musik versucht hat und seinem Sohn dringend abrät. Seine entschlossene Mutter Gabi mit dem herrlichen Ruhrpottakzent.

Den jungen Rocker Tobi mit dem jungen Wolfgang Petry gleichzusetzen – so einfach funktioniert die Story allerdings nicht. „Wir wollten nicht seine Lebensgeschichte erzählen, sondern mit den Figuren, Gefühlen, Situationen und Geschichten aus seinen Songs in seinen Kosmos führen“, erklärt Regisseur Gil Mehmert. Er steht dabei vor einem Miniatur-Modell des späteren Bühnenbilds, das aus einem Lkw in drei Teilen besteht. Einer bildet die Bar Whisky Bill, in der sich wichtige Teile der Handlung abspielen.

Freundschaftsarmbänder und Holzfällerhemden

Dass Wolfgang Petry in einer Kneipe selben Namens in Rösrath entdeckt wurde, ist sicher kein Zufall. Genau so wenig wie die Tatsache, dass die Figuren Freundschaftsarmbänder, Holzfällerhemden oder Schnurrbärte tragen, die Haare vorne kurz und hinten lang. Gil Mehmert ist eigentlich Theater- und Opernregisseur, lehrt als Professor an der Essener Folkwang Universität, hat die Eröffnungsshow der Ruhr.2010 inszeniert und Sönke Wortmanns Kino-Erfolg „Das Wunder von Bern“ in ein Musical verwandelt. Es ist nicht selbstverständlich, dass so jemand das nach Informationen des Veranstalters „erste Party-Schlager-Musical der Welt“ auf die Bühne bringt.

„Die Idee der parallel erzählten Geschichte mit mehreren Paaren wie im Film ,Tatsächlich Liebe’ hat mich überzeugt – aber auch die Musik hat mich als Kind des Ruhrgebiets gekriegt“, sagt er. „Das Musical spielt in unserem Alltag, holt uns mit unseren Sorgen, Nöten und Liebesgeschichten zu Hause ab“, ergänzt der Regisseur. Durch die Arbeit des Komponisten Martin Lingnau erführen außerdem viele Titel eine neue Wertigkeit: Sie kommen als Balladen daher, als Rocknummer oder im Gewand zeitgenössischer Popmusik.

Am Projekt Gefallen gefunden

Tatsächlich klingt die Nummer „Brandneu“, die das Musical beschließt, auf angenehme Art nach dem modernen Deutschrock von all den Revolverhelden oder Andreas Bouranis, die zurzeit die Radiosender fluten. Es ist von Wolfgang Petrys gleichnamigem Album, mit dem er 2015 überraschend ein Studio-Comeback mit neuen Songs gab.
Dass es ihn wieder auf die Bühne zieht, daran zweifelt Musical-Autor Heiko Wohlgemuth allerdings stark: „Die Rolle des Schlagerstars mit Schnäuzer und Holzfällerhemd hat er abgelegt.“

Am Projekt „Wahnsinn!“ hat Wolfgang Petry trotzdem Gefallen gefunden: „Das erste, was von ihm kam, war: ‚Ich möchte ein Dixie-Klo auf der Bühne!‘“, erzählt Wohlgemuth. Der Wunsch wurde natürlich erfüllt. Nachdem auch Petry selbst die Ergebnisse des Ideen-Workshops erlebte, war er sichtlich berührt: „Ich wusste ja nicht, was mich erwartet, aber ich fand es großartig. Ich habe gelacht, sogar geweint und bin begeistert, was ihr aus meiner Musik gemacht habt.“

„Wahnsinn! – Das Musical mit den Hits von Wolfgang Petry“ ist an über 40 Terminen vom 21. Februar bis 29. April 2018 im Theater am Marientor in Duisburg zu erleben. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet unter: www.eventim.de ; www.semmel.de

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