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Besucher feiern den Indie-Pop: Haldern Pop - das Original-Entdecker-Festival

HALDERNIn der stark gewachsenen deutschen Festival-Szene wollen viele Veranstaltungen Entdecker-Festival sein. Das Haldern-Pop bei Rees am Niederrhein ist das Original – und wird diesem Anspruch wieder gerecht. Rund 7000 Besucher feierten in Haldern Indie-Pop. Wir waren da.

Haldern Pop - das Original-Entdecker-Festival
Rund 7000 Menschen kamen für das Festival nach Haldern. Hier im Bild: Charlie Cunningham in der Dorfkirche. Foto: Max Florian Kühlen

Dass das Original-Entdecker-Festival diesem Anspruch gerecht wird, zeigen großartige Auftritte von blutjungen Talenten wie dem wilden Liedermacher Faber aus Zürich oder den perfekten Indie-Rockern Giant Rooks aus Hamm. Der junge Schweizer Faber ist das beste Beispiel für das gute Gespür der Haldern-Festivalmacher: Vor anderthalb Jahren hat er schon in der Haldern-Pop-Bar gespielt, einer ehemaligen Dorfkneipe, in der man seit einigen Jahren auch außerhalb der drei Augusttage aus Campen auf der Kuhwiese und Konzert-Overload auf dem Reitplatz, in Kirchen oder Jugendheimen immer wieder das Festivalgefühl aufleben lässt.

Jetzt, wo Faber mit seinem Debütalbum „Sei ein Faber im Wind“ von allen Kritikern gefeiert wird und sich auch schon ein großes Publikum erspielt hat, bekam er in Haldern die große Bühne und bespielte sie mit rauem Charme, mit Leidenschaft und einem unbedingten Willen, den Rock’n’Roll zurück unter die Zunft der Singer/Songwriter zu bringen.

Faber ist frisch und aufregend

Vier Songs lang währte sein immer wieder angekündigter Abschied von der Festivalbühne – niemand wollte ihn gehen lassen. Augen- beziehungsweise ohrenfällig ist der Vergleich zu Annenmaykantereit aus Köln, einer anderen großen Haldern-Entdeckung, die längst deutschlandweit Star-Status genießen und am Freitag einmal mehr auf dem Festival spielten. Wie Faber singt auch Henning May mit Reibeisenstimme von der Sorgen und Nöten eines gerade der Jugendzeit entwachsenen, aber noch längst nicht erwachsenen Menschen. Nur: Wo der Schweizer frisch und aufregend klingt, scheint bei den Kölnern nach Jahren des extremen Tourens ein wenig die Luft raus zu sein. Schade.

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So war es bei Haldern Pop

Viel Luft nach oben ist sicher noch bei den Giant Rooks aus Hamm. Die erst 2014 gegründete Indie-Pop-Band aus fünf Anfang Zwanzigjährigen spielte im Spiegelzelt des Haldern-Pop dermaßen perfekt auf, dass größere Erfolge sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Viel Predigt zwischen den Songs

Solche vermeintlichen „kleinen“ Konzerte sind beim Haldern oft interessanter als die großen Namen – von denen auch einige da waren: Kate Tempest spielte ein atem- und pausenloses Set zwischen Poetry Slam und Hip Hop, Bilderbuch bekräftigten den österreichischen Anspruch auf die Vorherrschaft im cool angeschickerten Pop, der etwas angetrunken wirkende Bright-Eyes-Sänger Conor Oberst und Berufs-Optimist Clueso kämpften gegen den Regen. Der unglaublich begabte Sänger und Pianist Benjamin Clementine kam nicht recht in den Flow, weil er zwischen den Songs viel predigen musste: gegen das allgegenwärtige Gefühl der Angst und der Unsicherheit.

Man darf gespannt sein, was sich das Haldern-Team für nächstes Jahr ausdenkt. Und ob sie weiter darauf beharren werden, als zweite Bühne ein viel zu kleines Zelt anzubieten, vor dem ständig Heerscharen von Festivalbesuchern im Regen stehen, warten und sich die Stimmung vermiesen lassen.

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