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Neu im Kino: Vom Heimchen zur Kämpferin

Eine Demo in Zürich. „Frauenrecht ist Menschenrecht“ rufen die Frauen. Nora (Marie Leuenberger) und Vroni (Sibylle Brunner) zögern, dann marschieren sie mit im Zug der Aufmüpfigen. Im Dorf organisieren sie einen Info-Abend zur Abstimmung über die Einführung des Frauen-Wahlrechts: Aus Heimchen wurden Kämpferinnen.

Vom Heimchen zur Kämpferin
Nora (Marie Leuenberger) streikt, ihr Mann (Maximilian Simonischek) möchte sie nach Hause holen. Foto: Alamode Film

„Die göttliche Ordnung“ von Petra Biondina Volpe spielt nicht etwa zur Zeit der Suffragetten, sondern in den frühen 70ern. Noch immer dürfen Frauen in der Schweiz nicht wählen, bei den Eidgenossen haben die Kerle die Hosen an und die wollen ihre Privilegien behalten. Die Kampagne der Neinsager wettert gegen die „Verpolitisierung der Frau“.

Der Film hätte ein Drama werden können, eine Analyse patriarchalischer Strukturen, eine bissige Abrechnung mit den Rollenmodellen von gestern. Volpe will aber unterhalten, also wählt sie den Schwank, der Züge von Komödie und Posse trägt. Im Dienst des Humors sehen manche Charaktere fast nach Holzschnitt aus, die Sympathien sind eindeutig verteilt.

Ernstes Thema in heiterer Tonart

Trotzdem wird niemand an die Klamotte verraten, auch nicht dort, wo der Film mit ironischem Zwinkern arbeitet. Ein ernstes Thema in heiterer Tonart, das ist der Ansatz der Regisseurin. Es darf gekichert werden, wenn die Damen bei einer esoterisch angehauchten Yoga-Tante landen, die ihnen den Crashkurs „Vaginalkunde“ vermittelt. Privates ist politisch, auch der Sex! Befreie den Körper, der Geist wird folgen!

In Schlaglichtern fängt der Film den Zeitgeist der 70er ein, samt einer Naivität, die man erst im Rückblick erkennt. Nora zettelt einen Streik der Frauen an. Keine schlechte Waffe, da ihr Mann (Maximilian Simonischek) nur Spiegeleier kochen kann und irgendwann zu Kreuze kriecht. – Als feministisches Manifest eher zahm und harmlos, als launig leichtes Sittenbild aber ziemlich vergnüglich.

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